Tokio (JAPANMARKT) – Wie verkauft man teure Apartments in bester Lage? Mit virtueller Realität direkt vor Ort. Ermöglicht wird dies durch eine preiswerte Technologie.

Gesunkene Kosten

Seit über 20 Jahren entwickelt Panasonic Abbildungssysteme für virtuelle Realität. Bisher waren dafür spezielle 3D-Brillen und ein großer, abgedunkelter Raum mit einer riesigen Leinwand erforderlich. Die Kosten ließen sich kaum amortisieren.

Nun kommt die „Künstliche Realität“ 2.0. Mit „Virtual Stage Mierva“ wird eine Brille überflüssig, man muss nur noch mittig und nah vor einer gekrümmten Leinwand stehen. Der Blickwinkel ist immer noch weit, aber die Leinwand ist auf rund zwei Meter Höhe geschrumpft.

Zwei Geschäftsmodelle

Diese technische Optimierung ermöglicht endlich tragfähige Geschäftsmodelle: Entweder die Kunden kaufen das komplette System oder sie leasen es vorübergehend. Es lässt sich vielfältig einsetzen.

So nutzte das Shibuya Area Management die Technologie, um den jahrelangen Umbau des Verkehrsknotenpunktes Shibuya vorstellbar zu machen. Insbesondere die Anbindung der zahlreichen Neubauten an den Bahnhof ließ sich visualisieren, was die Planung beschleunigte.

Eine weitere praktische Anwendung können potenzielle Käufer von Eigentumswohnungen nun in Harumi erleben. Nach Olympia 2020 wird das Athletendorf auf diesem Stück Land mitten in der Bucht von Tokio umgebaut und die Apartmentwohnungen an Privatpersonen verkauft.

Simulierter Ausblick

Von der Halbinsel in der Bucht von Tokio haben potenzielle Eigentümer einen schönen Blick auf die Rainbow Bridge und die Skyline von Tokio. Dieser Ausblick wird nun in einem Verkaufszentrum in Harumi mit Hilfe der Panasonic-Technologie simuliert.

Für verschieden gelegene Wohnungen innerhalb des städtischen Komplexes spielt das System die entsprechenden Ausblicke durch. Man setzt sich in einem echten Ram auf ein echtes Sofa, aber der Blick aus dem Fenster tagsüber und nachts wird von Kameras erzeugt.

Dadurch wollen die Anbieter Mitsubishi Fudosan und Sumitomo Fudosan potenzielle Käufer überzeugen. Schließlich müssen sie tief in die Tasche greifen, um in dieser Premium-Lage ein Apartment zu bekommen. Ein Kaufpreis von über 800.000 Euro kommt schnell zustande.

Foto: Künftige Apartment-Blocks in Harumi (© Martin Fritz)