Tokio (JAPANMARKT) – Die Unternehmen in Japan sollen sich darauf einstellen, dass ihre Mitarbeiter bis zum Alter von 70 Jahren an Bord bleiben. Das wird ein Mittel gegen den chronischen Mangel an Arbeitskräften sein.

Bürokratische Hürden

Die Voraussetzungen für ein späteres Rentenalter müssen noch geschaffen werden. Viele Unternehmen müssten ihr obligatorisches Rentenalter, das derzeit häufig noch bei 60 Jahren liegt, abschaffen oder anheben.

Alternativ sollen die Unternehmen ihre ausscheidenden Angestellten dabei unterstützen, ungeachtet ihres Alters neue Unternehmen aus der Taufe zu heben. Unterdessen will die Regierung es festangestellten Mitarbeitern erleichtern, parallel einen Zweitjob aufzunehmen.

Hohe Rücklagen

Vielleicht nicht ganz zufällig veröffentlichte die japanische Finanzaufsicht, die Financial Services Agency (FSA), am Montag die indirekte Warnung, dass Ehepaare mehr Geld für ein verlängertes Rentenalter zurücklegen müssten.

Aktuellen Schätzungen zufolge wird ein Viertel der heutigen 60-Jährigen 95 Jahre alt werden. Über ihr normales Renteneinkommen hinaus müssten Paare deswegen mindestens 50.000 Yen (410 Euro) monatlich extra zur Verfügung haben.

Kürzere Rentendauer

Bei einer Pensions- und Rentendauer von 20 Jahren müssten sie mindestens 13 Millionen Yen (über 100.000 Euro) und von 30 Jahren über 20 Millionen Yen (164.000 Euro) auf der hohen Kante liegen haben, um ihre „Rentenlücke“ auszugleichen.

Die Botschaft hinter dieser neutralen Information: Besser länger arbeiten und dann mehr Rente beziehen, als früh aus dem Erwerbsleben auszuscheiden, ohne genug finanzielle Reserven gebildet zu haben.

Foto: Pxhere CC0