Tokio (JAPANMARKT) – Japans Regierung nimmt ihre Verpflichtungen beim Klimaschutz ernst. Auch die Unternehmen ziehen mit.

Weniger Kohlendioxid

Japan will den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 26 Prozent gegenüber 2013 zu verringern. Dieses Ziel wurde in dem heute vom Kabinett verabschiedeten Weißbuch bekräftigt. Zwischen 2013 und 2018 gingen die Emissionen bereits um immerhin sieben Prozent zurück.

Die zwei Stützpfeiler der Klimapolitik bleiben Atomkraft und erneuerbare Energien. Ihr Anteil an der Stromerzeugung soll bis 2030 auf bis zu 46 Prozent steigen. Für die Atomenergie erwartet die Regierung einen Anteil von 20 bis 22 Prozent. Derzeit sind es lediglich drei Prozent.

Wind und Wasserstoff

Der Anteil der erneuerbaren Energien soll von zuletzt 16 Prozent der Stromerzeugung – einschließlich Wasserkraft – auf 22 bis 24 Prozent zunehmen. Diese Vorgabe dürfte problemlos zu schaffen sein. Nach der Solarkraft steht nämlich nun die Windenergie vor einer kräftigen Zunahme.

Am Mittwoch diskutierte der „Expertenrat für Zukunftsinvestitionen“, der beim Kabinett angesiedelt ist, über Möglichkeiten, weniger Klimagase zu produzieren. Die Details dieser Pläne will die japanische Regierung beim G20-Gipfel in Osaka veröffentlichen.

Ein Fokus ist der Aufbau einer Wasserstoffgesellschaft. Bis 2050 sollen die Herstellungskosten von Wasserstoff um mehr als 90 Prozent gegenüber heute sinken. Die Menge an Kohlendioxid vor allem bei der Nutzung fossiler Brennstoffe will Japan durch künstliche Photosynthese sowie andere Methoden der Speicherung dieses Treibhausgases verringern.

Klimaziele für Autos

Die Klimaziele wirken sich auch auf die Autoindustrie aus, den größten produzierenden Sektor der japanischen Volkswirtschaft. Am Montag veröffentlichte die Regierung verschärfte Verbrauchsvorschriften für die Autobauer.

Bisher müssen die Fahrzeughersteller ihren Flottenverbrauch bis 2020 um 24 Prozent gegenüber 2009 verbessern. Nun sollen die Autos im Jahr 2030 im Schnitt 25,4 Kilometer für jeden Liter Benzin weit fahren. Das wäre eine Verschärfung um 32 Prozent gegenüber 2016.

Elektroautos zählen mit

Die neuen Vorschriften berücksichtigen die wachsende Verbreitung von Elektroautos. Ihre Emissionen werden dafür so umgerechnet, dass sie sich mit dem CO2-Ausstoß von Verbrennungsmotoren vergleichen lassen.

Bei der Verschärfung der Verbrauchsvorschriften blickt die Regierung auch auf die gewachsenen Anforderungen an Fahrzeuge in Europa und den USA. Schließlich ist die Autoindustrie als größter Einzelexporteur recht abhängig vom Auslandsgeschäft.

Foto: flickr/Trevor Dobson CC BY-NC-ND 2.0)