Tokio (JAPANMARKT) – Nach langem Zögern beim batteriegetriebenen Elektroauto beschleunigt Toyota die Elektrifizierung der eigenen Modellflotte. Dabei lässt ein technologischer Quantensprung aufhorchen.

Unerwarteter Optimismus

Normalerweise hält sich Japans größtes Unternehmen bedeckt und veröffentlicht nur die notwendigsten Informationen. Nun kündigte Forschungs- und Entwicklungschef Shigeki Terashi an, dass man noch vor den Olympischen Spielen im Sommer 2020 eine erste Feststoffbatterie für elektrische Fahrzeuge vorstellen möchte.

Toyota sieht sich bei der Entwicklung dieser nächsten Batteriegeneration schon länger an der weltweiten Spitze und verwies dabei darauf, die meisten Patente in diesem Bereich zu halten. Bislang sollte die Feststoffbatterie jedoch erst Anfang des nächsten Jahrzehnts auf den Markt kommen. Technische Details blieben geheim.

Die neue Technologie verspricht Akkumulatoren, die im Vergleich zu den jetzigen Lithium-Ionen-Batterien weniger kosten, mehr Strom speichern, sich schneller aufladen lassen und weniger leicht entflammbar sind. Eine Lösung wären Lithium-Akkus mit einem Feststoff, andere Verfahren setzen auf Natrium oder Schwefel.

1 Million E-Autos schon 2025

Die eigene Akku-Technik sowie eine „plötzliche Zunahme“ von Elektroautos haben den Toyota-Entwicklungschef dazu ermutigt, das bisherige Elektrifizierungsziel um fünf Jahre vorzuziehen. Nun will Toyota schon 2025 jährlich 5,5 Millionen elektrifizierte Autos, davon 1 Million Elektroautos, verkaufen. Das wäre die dreifache Menge der Verkaufszahlen aus dem abgelaufenen Jahr.

Bisher peilte der Autobauer dieses Ziel erst für 2030 an. Zur Begründung verwies Toyota bislang immer darauf, dass batteriegetriebene Elektroautos noch nicht bequem genug seien für den normalen Endkunden – wegen kurzer Reichweite, langer Ladezeiten und hoher Batteriekosten. Die Tatsache, dass Toyota seine Meinung nun ändert, könnte mit den eigenen Fortschritten in der Batterieentwicklung zusammenhängen.

Neue Batterie-Zulieferer

Auch den notwendigen dritten Schritt kündigte das Unternehmen gleich mit an: Als neuer Zulieferer für Batterien wurde CATL aus China gewonnen. Die Partnerschaft bezieht auch den chinesischen Hersteller BYD sowie die japanischen Batteriehersteller GS Yuasa und Toshiba mit ein. Im Deal inbegriffen sind die Abnahme von Lithium-Ionen-Akkus für China und andere Märkte, die Verbesserung der Batteriequalität, die Verabredung gemeinsamer Standards und die Wiederverwertung von Batterien.

Bisher arbeitete Toyota bei den Akkus für die eigenen Hybridautos mit Panasonic zusammen. Zudem wurde mit Panasonic ein Joint Venture für die Entwicklung und Produktion von prismatischen Akkus für 2020/1 verabredet. Panasonic ist aufgrund der Partnerschaft mit Tesla Weltmarktführer für Lithium-Ionen-Akkus, verliert die Führung jedoch gerade an den chineschen Hersteller CATL. Nun diversifiziert Toyota seine Akku-Quellen, um in der Produktion flexibel zu bleiben.

Foto: Tonmodelle von möglichen Batterie-Elektroautos (Toyota)