Tokio (JAPANMARKT) – Als maritime Nation trägt Japan mit seinem Schiffsverkehr kräftig zu den Klimagasen und der Luftverschmutzung durch Dieselabgase bei. Nach längerem Zögern setzt einer der größten Containnerschiffer nun auf eine europäische Erfindung.

Schmutzige Frachter

Laut der Vision der Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) soll die Schifffahrt bis 2050 ihre Treibhausemissionen um mindestens die Hälfte reduzieren. Dafür müssen die Schiffe – egal ob für Kreuzfahrer oder Container – weniger Treibstoff verbrauchen.

Schon in den achtziger Jahren setzten japanische Frachtschiffer die sogenannten JAMDA-Segel ein. Das waren klappbare, starre Segel. Seit 2010 entwickelt das Start-up Eco Marine Power ein neuartiges starres Segel, das „Energy Sail“, mit einem automatisierten Steuerungssystem. Gleichzeitig wird auf dem Schiff Solarenergie erzeugt, um noch mehr Kraftstoff zu sparen.

Technologie von Airbus

Jedoch erfordert dieses System einen teuren Umbau der Schiffe. Vor diesem Hintergrund hat sich nun Kawasaki Kisen, einer der größte Frachtschiffer in Japan, für eine europäische Lösung des Problems entschieden. Sie verspricht zwanzig Prozent weniger Kraftstoffverbrauch und 5.200 Tonnen weniger Kohlendioxid jährlich pro Schiff.

Kawasaki Kisen wird das System „SeaWing“ auf seinen Containerschiffen und Massengutfrachtern ab der zweiten Hälfte 2021 einsetzen. Das System wurde von der Airbus-Tochter AirSeas entwickelt und informiert die Besatzung automatisch, wenn das Wetter und die Route den Einsatz des Segels erlauben.

Der „SeaWing“ hat den großen Vorteil, dass sich das Segel auf einen einzigen Knopfdruck entfaltet und selbst wieder einfährt. Kawasaki Kisen und AirSeas vereinbarten, das System auf der Basis von gesammelten Daten über die Geschwindigkeit des Schiffs und den Kraftstoffverbrauch gemeinsam zu verbessern.

Foto: © Kawasaki Kisen Kaisha