Tokio (JAPANMARKT) – Der Kunststoffspezialist Toray hat einen Schnelltest für Tumore entwickelt. Dafür genügt ein einziger Tropfen Blut.

Biochemischer Chip

Nach Angaben von Toray kann das Testkit verschiedene Krebssorten mit einer Genauigkeit von über 95 Prozent feststellen. Die Schnelluntersuchung könnte vor allem Tumore finden, die sich nur schwer rechtzeitig diagnostizieren lassen. Die Früherkennnung würde die Überlebenschancen erhöhen und die Behandlungskosten senken.

Das Untersuchungsverfahren befindet sich seit 2014 in der Entwicklung und geht auf ein Forschungsprojekt des Nationalen Krebszentrums zurück. Dabei fanden die Wissenschaftler eine Entdeckungsmethode für dreizehn der rund 100 Krebsarten. Auf dieser Basis entwickelte Toray einen biochemischen Chip.

Das Gerät erkennt Bruchstücke von Proteinen, die Tumorzellen produzieren und ins Blut gelangen. Der Chip ist 100 Mal empfindlicher als bisherige Verfahren, so dass nur noch 50 Mikroliter Blut für eine zuverlässige Aussage notwendig sind. Die Kosten einer einzelnen Untersuchung schrumpfen auf mehrere hundert Euro.

Moleküle als Basis

Bei dem Forschungsprojekt wurden verschiedene Micro-Moleküle identifiziert, die sich bestimmten Tumoren zuordnen lassen, darunter fünf Micro-DNS von Brust- und drei Micro-DNS von Darmkrebszellen. Laut der Finanzzeitung Nikkei will Toray noch in diesem Jahr eine Schnellzulassung des Testverfahrens beantragen.

Eine Genehmigung wäre dann binnen eines Jahres möglich. Den Antrag für ein spezielles Testkit nur für Bauchspeicheldrüsen- und Speiseröhrenkrebs hatte Toray bereits im April gestellt.

Toray ist auf die Herstellung von Kunststoffen spezialisiert und ist der weltgrößte Produzent von Karbonfasern. Das Unternehmen ist ein bekannter Partner der Textilkette Uniqlo und produziert dafür funktionale Kleidung. Die Diagnostiksparte steuert bisher nur zwei Prozent des Umsatzes bei, soll aber wachsen.

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