Tokio (JAPANMARKT) – Die japanische Regierung plant einen speziellen Führerschein für besonders alte Senioren. Damit reagiert sie auf mehrere tödliche Unfälle.

Erfahrene Fahrer

5,63 Millionen Führerschein-Inhaber, die älter als 75 Jahre sind, haben im Vorjahr 15 Prozent der tödlichen Unfälle in Japan verursacht. Das entspricht ungefähr ihrem Anteil an der Bevölkerung und sollte eigentlich niemanden alarmieren. Je älter ein Fahrer, desto mehr Erfahrung hat er oder sie gesammelt – das schränkt die Gefahr ein.

Jedoch erzeugen diese Unfälle eine ungewöhnliche hohe Aufmerksamkeit, weil sie automatisch mit dem Alter der Fahrer in Verbindung gebracht werden. So tötete ein 87-jähriger Ex-Beamter im April bei einem Unfall auf einem Zebrastreifen eine Mutter und ihre Tochter. Die Polizei vermutet, dass der Fahrer Bremse und Gaspedal verwechselte.

Freiwillige Begrenzung

In einer Demokratie kann man den Autofahrern nicht verbieten, sich an das Steuer zu setzen. Die Fahrtauglichkeit von Senioren wird in Japan bereits regelmäßig überprüft. Jedoch plant die Regierung nun einen speziellen Führerschein für über 75-Jährige, der auf freiwilliger Basis erhältlich sein soll.

Wer einen solchen Führerschein besitzt, darf nur noch Fahrzeuge mit speziellen Sicherheitssystemen benutzen. Dazu gehören beispielsweise Assistenzsysteme, die erkennen, ob der Fahrer Brems- und Gaspedal verwechselt und in diesem Fall entweder die Beschleunigung begrenzen oder den Fahrer informieren, dass sich ein Hindernis in seinem Weg befindet.

Toyota und Honda haben bereits im Juni 2018 ein Assistenzsystem eingeführt, das eine Kollision erkennen kann, ihren Schweregrad bewertet und automatisch einen Notruf absetzt. Nissan, Subaru und Mazda schlossen sich der Initiative im März an.

Foto: Kennzeichen für Fahrer im Rentenalter (Wikpedia CC0)