Tokio (JAPANMARKT) – Japan Airlines hat erstmals ein Flugzeug von Airbus übernommen. Damit hat der europäische Flugzeugbauer endgültig auf dem japanischen Markt Fuß gefasst.

Auftrag für Milliarden

JAL hat insgesamt 31 Stück A350 bestellt, davon 18 Mal den A350-900 und 13 Mal den A350-1000. Die kleineren Flugzeuge kommen zunächst auf Inlandsstrecken mit hoher Flugfrequenz zum Einsatz. Die größere A350-1000 wird Ziele im internationalen Langstreckennetz der Airline bedienen.

Die A350-900 für JAL verfügt über eine Premium-Dreiklassenkabine mit 12 Sitzen in der First Class, 94 Sitzen in der Class J und 263 Comfort-Economy-Sitzen. Das erste Flugzeug nimmt Anfang September den innerjapanischen Liniendienst auf der Strecke Haneda – Fukuoka auf.

Der japanische Flugzeugmarkt wurde traditionell von Boeing beherrscht. Dabei spielte die enge Sicherheitspartnerschaft zwischen den USA und Japan die entscheidende Rolle. Die Marktöffnung kam mit der JAL-Bestellung vom Oktober 2013. Japan Airlines war damals eine von weltweit nur zwei Gesellschaften ohne einen Airbus in der Flotte. Das Volumen des Auftrags wurde auf der Basis von Listenpreisen mit 9,5 Milliarden Dollar angegeben.

Begehrt von Billigfliegern

Bereits im März hatte die JAL-Konkurrentin All Nippon Airways (ANA) ihren ersten A380 in Empfang genommen. Zuvor hatten vor allem japanische Billigflieger bestellt. Im Low-Cost-Markt in Japan kommt Airbus nach eigenen Angaben inzwischen mit 69 Flugzeugen mit Typ A320 im Betrieb auf einen Marktanteil von über 90 Prozent.

JAL-Chairman Yoshiharu Ueki und Christian Scherer, Chief Commercial Officer von Airbus, nahmen an der Übergabefeier dieses Meilensteins in der 50-jährigen Geschichte des europäischen Boeing-Rivalen in Toulouse teil. Ueki war früher selbst Pilot und hatte sich im Flugsimulator von den Qualitäten des A350 persönlich überzeugt.

Foto: Erster Airbus für JAL (© Airbus)