Tokio (JAPANMARKT) – Bei der Ausrichtung von Toyota auf die Zukunft setzt CEO Akio Toyoda zunehmend auf die Ausstrahlung seines Familiennamens. Jetzt hat er sich eine eigene Publikation geschaffen.

Zeitnahe Kommunikation

Unter der Domain toyotatimes.jp können interessierte Japaner seit Januar erfahren, was der Chef des größten und umsatzstärksten Unternehmens ihres Landes gerade sagt und macht, egal ob der 63-jährige Top-Manager mit Ichiro Suzuki, Japans berühmtesten Baseball-Spieler, spricht oder ob er eine Rede zum 100-jährigen Geburtstag des Babson-College hält. Dort studierte Toyoda zwei Jahre lang und erwarb einen Master-Abschluss in Business Administration.

Die Zielgruppe des Webportals seien die Belegschaft, die Zulieferer und die Händler von Toyota in Japan, erzählte Toyotimes-Chefredakteur Hideki Fujii dem JAPANMARKT. „Für eine so alte und so große Firma wie Toyota ist es sehr schwierig, sich von den alten Methoden zu lösen und etwas Neues anzufangen“, erklärte der langjährige Mitarbeiter des Konzernchefs. Ihre Stärke liege eher darin, damit weiterzumachen, worin sie gut sei. Deswegen müssten die Menschen im Toyota-Umfeld zeitnah verstehen, was das Management denke.

Thema „Modellwechsel“

Dieses Dringlichkeitsbewusstsein hängt damit zusammen, dass Toyoda sich als Mitglied der Gründerfamilie für die Zukunft von Toyota verantwortlich fühlt. Er selbst hält nur 0,1 Prozent der Anteile und sein 94-jähriger Vater Shoichiro nur 0,3 Prozent. Nichtsdestotrotz will Toyoda vor seinem Rückzug in den Verwaltungsrat dem Unternehmen einen „Modellwechsel“ zu verpassen, wie er es in der Sprache seiner Branche formuliert.

„Meine wahre Mission besteht darin, Toyota als Mobilitätsanbieter vollständig neu zu konstruieren“, betont Toyoda seit anderthalb Jahren und begründet dies mit der Gefahr, dass das Vordringen von vernetzten, autonomen, gemeinschaftlich genutzten und elektrischen Fahrzeugen das konventionelle Geschäftsmodell der Autoindustrie zerstören könnte.

Zukunftsplan steht fest

Sein Fahrplan in die Zukunft liegt auf dem Tisch: Erstens treibt Toyota die künstliche Intelligenz für autonome Fahrzeuge und Roboter in zwei Forschungszentren in Kalifornien und Tokio voran. Zweitens entstehen Kommunikationsplattformen für vernetzte Autos. Für Dienstleistungen rings um die neue Mobilität sucht sich Toyota vielfältige Partner, darunter die Fahrdienstanbieter Uber und Grab. Drittens schmiedet Toyoda unter dem Motto „Home and Away“ neue Sparten innerhalb der Gruppe, etwa für Software (TRI-AD) und Vernetzung (Toyota Connected), und verbündet sich beim Elektroantrieb mit Subaru, Mazda und Suzuki.

Damit bei diesem Wandeltempo möglichst viele Beteiligte mitkommen, setzt der Toyota-Boss verstärkt auf direkte Kommunikation. Unter seinem Alter Ego aus dem Motorsport namens Morizo sitzt der Unternehmenschef neuerdings regelmäßig am Samstagabend am Mikrofon eines privaten Radiosenders. Die Themen für „Toyotimes“ stimmt er eng mit Chefredakteur Fujii ab. Das Logo der Webseite lässt sich auf auch als „Toyota-ism“ lesen – gemeint ist: Hier erklärt der CEO das Wesen von Japans Unternehmen persönlich.

Foto: Toyotimes (© Toyota)