Tokio (JAPANMARKT) – Die Aktionäre von Nomura bestätigen den langjährigen Chef Koji Nagai im Amt. Aber sein Nachfolger könnte für frischen Wind sorgen.

Wieder Insider-Skandal

Seit August 2012, also seit fast sieben Jahren, bestimmt Nagai den Kurs von Japans größter Investmentbank, länger als jeder andere CEO seit drei Jahrzehnten. Jetzt hat die Hauptversammlung das Mandat des 60-jährigen Managers verlängert, trotz eines neuerlichen Insider-Skandals und trotz der gegenteiligen Empfehlung von einigen ausländischen Aktionären.

Nach Ansicht von Beobachtern konnte sich Nagai dank einer Reform der Corporate Governance und einem Aktienrückkauf von bis zu 150 Milliarden Yen (1,2 Milliarden Euro) im Amt halten. Die Unzufriedenheit mit ihm hing mit dem Verlust bedeutender Unternehmenskunden für die Emission von Yen-Anleihen zusammen, darunter die Finanzsparte von Honda und der Baumaschinenriese Komatsu.

Externer Chef möglich

Diese Großunternehmen haben auf Nomura als Verkäufer ihrer Yen-Anleihen verzichtet, weil es zum zweiten Mal in sieben Jahren eine undichte Stelle in der Investmentbank gegeben hat. Laut einer internen Untersuchung hatte ein Aktienstratege Informationen über Veränderungen an der Tokioter Börse an Nomura-Kunden weitergegeben.

Aber die Aufmerksamkeit der Investoren richtet sich nun darauf, dass das externe Verwaltungsratsmitglied Hiroshi Kimura, ein früher Chairman von Japan Tobacco, künftig das Auswahlkomitee für den nächsten Nomura-Chef leitet. Dies könnte Nomura zu einem personellen Neustart verhelfen und für ein strategisches Umdenken sorgen.

Foto: Nomura in Tokio (Wikipedia CC BY 2.5)