Tokio (JAPANMARKT) – Zum ersten Mal besucht Chinas Präsident Xi Jinping Japan und trifft dabei Premierminister Shinzo Abe. Dabei soll es nicht bleiben.

Begegnung in Osaka

Die Welt blickt auf die Begegnung von Präsident Xi mit dem US-Präsidenten Donald Trump. Am Rande des G20-Gipfels von Osaka wollen die beiden Staatschefs über ihre Handelsstreitigkeiten sprechen. Eine Beilegung könnte den Welthandel beleben.

Wer nur dieses Treffen im Auge hat, übersieht leicht eine andere wichtige und zugleich positive Entwicklung in Ostasien: Japan und China kommen sich näher. Nach dem ersten Besuch von Premierminister Shinzo Abe in Peking im Oktober vergangenen Jahres setzt sich nun der chinesische Staatschef mit Premier Abe erstmals in Japan zusammen.

Einsicht zur Annäherung

Das bilaterale Treffen ist für Donnerstag angesetzt, wahrscheinlich essen beiden noch zusammen zu Abend. Die früheren Spannungen sind offiziell vergessen, die Beziehungen wurden für „normalisiert“ erklärt. Japan betrachtet China zwar weiter als Rivalen in Asien, aber will den Vorteil der geografischen Nähe und wirtschaftlichen Verbundenheit nicht verspielen.

Die chinesische Führung hatte Japan wegen der offensiveren Sicherheitspolitik und dem distanzierten Umgang mit der Kriegsverantwortung lange auf Abstand gehalten. Doch mit dem Einzug von Donald Trump im Weißen Haus wuchs die Einsicht, die Beziehung zum Nachbarn zu verbessern. Schließlich kann der US-Partner Japan die USA beeinflussen.

Treffen zur Kirschblüte

Sowohl Japan als auch China stellen sich auf eine Wiederwahl von Trump ein. Seine zweite Amtszeit liefe bis Anfang 2025. Dann dürfte Präsident Xi ebenfalls noch regieren, Premierminister Abe vermutlich nicht mehr. Trotzdem werden die Weichen für eine engere Abstimmung gestellt.

Beamte beider Länder verhandeln bereits über den ersten offiziellen Staatsbesuch von Xi in Japan. Als Termin für diesen ersten chinesisch-japanischen Gipfel seit November 2010 damals kam Präsident Hu Jintao – fassen beide Seiten die Zeit der Kirschblüte im März oder April ins Auge.

Foto: Besuch von Shinzo Abe in Peking im Oktober 2018 (Kantei)