Tokio (JAPANMARKT) – Der Einzelhändler 7-Eleven will seine Reisbällchen künftig auf biologische Weise verpacken. Der Schritt ist ein weiteres Signal gegen die Plastikflut in Japan.

Weniger Kohlendioxid

Die Folien um die beliebten Onigiri-Bällchen – die japanische Version einer belegten Brotstulle – enthalten bald Bioplastik, also Plastik auf Pflanzenbasis. Dessen Mischungsanteil wollte ein Sprecher der 7-Eleven-Mutter Seven & i Holdings gegenüber dem Finanzdienst Bloomberg allerdings nicht mitteilen.

Jedoch spare man bei jährlich zwei Milliarden Onigiri insgesamt 260 Tonnen herkömmliches Plastik ein. Das verringere den Kohlendioxidausstoß um ein Zehntausendstel. Jährlich produziere die Ladenkette 403 Tonnen Kohlendioxid weniger. Das entspricht der Jahresemission von 100 Autos in Japan.

Verzicht auf Plastiktüten

Außerdem hat sich Japans größter Einzelhändler vorgenommen, bis zum Jahr 2030 auf den Gebrauch von Plastiktüten komplett zu verzichten. Das spiegelt ein generelles Umdenken wider: Die Regierung will kostenlose Plastiktüten bereits ab dem nächsten Jahr verbieten.

Sadao Harada, ein Wirtschaftsprofessor der Universität Osaka, schätzt den jährlichen Verbrauch an Plastiktüten in Japan auf 30 Milliarden Stück. Das entspricht fast 240 Stück je Kopf der Bevölkerung. Allein drei Millionen Stück davon sollen nach seiner Schätzung auf dem Meeresboden der Bucht von Osaka liegen.

Bisher keine Zahlenziele

Laut dem Jahresbericht des UN-Umweltprogramms von 2018 ist Japan der zweitgrößte Verbraucher von Einwegverpackungen aus Plastik, die Nummer eins sind die USA. Aber erst durch die Berichte über die Meeresverschmutzung mit Plastik und den G20-Gipfel in Osaka ist dieses Problem in das Bewusstsein der Behörden vorgedrungen.

Seitdem überschlagen sich Beamte und Unternehmen mit Ankündigungen, weniger Plastik zu verbrauchen oder es durch andere „grünere“ Materialien zu ersetzen, zum Beispiel Strohhalme aus Papier. Noch zögert die Regierung jedoch, sich auch zahlenmäßig festzulegen, selbst beim G20-Umweltministertreffen in Karuizawa.

Foto: In normales Plastik verpackte Onigiri (flickr/Alyson Hurt CC BY-NC 2.0)