Tokio (JAPANMARKT) – Der Wettkampf um den Manager-Nachwuchs in Japan verschärft sich. Dabei prescht der Einzelhändler Uniqlo erneut vor.

Höhere Einkommen

Bis zu 30 Millionen Yen jährlich (246.000 Euro) und die Beförderung auf wichtige Posten hat Tadashi Yanai, der Gründer und Chef der Textilgruppe Fast Retailing sowie Japans reichster Unternehmer, neuen Mitarbeitern versprochen, die besonders fähig und fleißig sind, und zwar schon nach drei Jahren. Weitere Details teilte Yanai nicht mit.

Es war bereits der zweite Versuch in kurzer Zeit, die Aufmerksamkeit von Universitätsabsolventen auf sein Unternehmen zu lenken. So sollen neueingestellte Trainees, die im Frühjahr 2020 beginnen, ein Anfangsmonatsgehalt von 255.000 Yen (2.000 Euro) bekommen, über ein Fünftel mehr als üblich, wenn sie einen Karriereweg mit wechselnden Standorten wählen.

Wie die übrigen Unternehmen in Japan weiß Yanai, dass die jungen Japaner aufgrund des Personalmangels heute zwischen vielen Job- und Karriereangeboten wählen können. Deshalb setzen viele Unternehmen verstärkt auf finanzielle Reize, besonders für Absolventen mit begehrtem Knowhow wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.

Karrieresprung als Tabu

Die jüngste Offerte von Fast Retailing rührt allerdings an ein Tabu auf dem japanischen Arbeitsmarkt, das bisher nicht gebrochen wurde: Große Unternehmen befördern ihre Manager immer noch weitgehend nach Seniorität, ein schnellerer Aufstieg als die übrigen Mitglieder eines Einstellungsjahrgangs kommt nur selten vor.

Falls sich dieses System ändern sollte, würden Japans Unternehmen vermutlich schneller auf Veränderungen der wirtschaftlichen Bedingungen reagieren und hätten auf dem Weltmarkt mehr Chancen. Aber viele japanische Mitarbeiter könnten sich damit schwertun, wenn jüngere Kollegen als sie plötzlich das Sagen bekämen.

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