Tokio (JAPANMARKT) – Die Karbonspezialisten Toray und Teijin haben neue Leichtkunststoffe entwickelt. Damit würden Flugzeugteile um bis zu 50 Prozent billiger.

Schnellere Fertigung

Bei der Luftfahrtschau in Paris haben die beiden Chemieunternehmen diese Materialien erstmals vorgestellt. Dabei handelt es sich um mit Karbonfasern verstärktes Plastik. Karbon ist zehn Mal härter als Stahl, aber wiegt vier Mal weniger.

Japanische Hersteller kontrollieren 60 Prozent des Weltmarktes, darunter Toray, Teijin und Mitsubishi Chemical. Toray ist auf das duroplastische Karbon spezialisiert, das beim Erwärmen härtet. Das neue Material verringert die Herstellungszeit um 20 bis 30 Prozent, sodass der Ausstoß der Fabriken entsprechend steigt.

Laut einem Bericht der Finanzzeitung Nikkei beliefert Toray den US-Hersteller Boeing mit Karbonteilen für die Flügel und den Rumpf des Modells Dreamliner 787, aber bisher reichte die eigene Produktion nur für zehn Flugzeuge im Monat.

Auftrag aus Europa

Toray vergrößerte das eigene Angebot durch den Zukauf des niederländischen Herstellers TenCate Advanced Composites im vergangenen Jahr. Nun können die Japaner auch thermoplastisches Karbon anbieten, das beim Erhitzen weich wird. Dadurch lässt es sich leichter formen und verarbeiten.

Teijin hat ein duroplastisches Karbon entwickelt, das sich ebenfalls besser für die Massenfertigung eignet. Ein Kunde in Europa erhält den neuen Werkstoff schon in diesem Jahr, ab 2021 wurde Boeing als Abnehmer gewonnen. Binnen zehn Jahren will Teijin den Karbonumsatz auf 100 Milliarden Yen (820 Millionen Euro) verdreifachen.

Foto: Dreamliner 787 mit viel Karbonmaterial (Wikipedia CC BY 2.0)