Tokio (JAPANMARKT) – Die Löhne in Japan sollen steigen, damit die Deflation nicht zurückkehrt. Doch die Daten sind schwer zu interpretieren.

Neue Datenbasis

Fünf Monate sind vergangen, seitdem die zuständige Behörde die Erhebungsgrundlage für die Statistik änderte. In allen diesen fünf Monaten lagen die Löhne unter dem Vorjahr. Im April sanken sie um 0,3 Prozent und im Mai um 0,2 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat.

Dennoch sprachen die Ökonomen von UBS Japan von Anzeichen für eine graduelle Verbesserung. So habe sich der Rückgang verlangsamt, weil der Anteil der schlecht bezahlten Zeitarbeiter unter den Beschäftigten zurückgegangen sei. Im ersten Quartal waren die Löhne noch um 0,9 Prozent gefallen.

Zugleich stieg der saisonal bereinigte Lohnindex um 1,3 Prozent zum Vormonat. Nur 0,2 Punkte davon gingen auf das Konto steigender Lohnzahlungen, der Rest dürfte auf Extraleistungen während der verlängerten Goldenen Woche beruhen.

Gesamtlöhne steigen

Einen weiteren Gesichtspunkt liefert der gesamte Lohnzuwachs, der von der Bank of Japan besonders beachtet wird. Danach wuchsen die Gesamtlöhne im Mai um 1,2 Prozent zum Vorjahr. Im April legte dieser Wert nur um 0,7 Prozent zu.

Blickt man in die Details, stiegen die Einkommen der Vollzeit-Beschäftigten im Mai um 0,7 Prozent nach einem Plus um 0,9 Prozent im Vormonat. Als Ursache vermutet UBS Japan die verlängerte Goldene Woche, die zu weniger regulären Arbeitsstunden als im Vorjahr führte.

Die Einkommensdaten für größere Haushalte ergeben wieder ein anderes Bild: Danach stiegen die Einkommen für Familien mit mindestens einem Erwerbstätigen und mit zwei oder mehr Mitgliedern im Mai um 0,7 Prozent zum Vorjahr. Im April ging es noch 2,1 Prozent aufwärts.

Unterm Strich zeichnen die verschiedenen Daten kein wirklich eindeutiges Bild. Der Vergleich verschiedener Aspekte zeigt jedoch, dass die Lohnentwicklung differenziert beurteilt werden sollte – über den Schlagzeileninhalt von „fallend“ oder „steigend“ hinaus.

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