Tokio (JAPANMARKT) – Der Kosmetikriese Shiseido verspricht seinen Kundinnen die perfekt gepflegte Haut. Das soll mit einer intelligenten Software gelingen.

Umfassende Daten

Die iPhone-App „Optune“ von Shiseido analysiert Fotos vom Gesicht der Userin und identifiziert den aktuellen spezifischen Zustand ihrer Haut bis hin zu Erkrankungen. Zusammen mit regelmäßig gesammelten Informationen über den Schlafrhythmus, den Menstruationszyklus sowie den jeweiligen Wetterdaten einschließlich Luftverschmutzung entscheidet die Software, welche Pflegestoffe in welcher Menge die Haut an diesem Tag benötigt.

Diese Seren werden in einem zylindrischen Kosmetikspender gemischt und als fertige Kosmetik zwei Mal täglich ausgegeben. Die hochpersonalisierte Hautpflege von Shiseido gibt es nur im Abonnement für monatlich 10.800 Yen (88 Euro). Der „Optune Dispenser“ kann bis zu 80.000 verschiedene Pflegestoffmuster herstellen.

Branchenweiter Trend

Shiseido hat das System ein Jahr lang mit Freiwilligen getestet. Das Angebot zielt auf vielbeschäftigte Frauen, die keine Zeit dafür haben, die optimale Kosmetik für ihre Haut herauszufinden. Zunächst kommen nur Japanerinnen, die traditionell von Hautpflege besessen sind, in den Genuss dieser Hightech-Pflege. Später will Shiseido das System auch im Ausland vermarkten.

Die personalisierte Kosmetik beruht auf Erfahrungsdaten aus Laboren und von Userinnen, mit denen der Algorithmus von Optune gefüttert wurde. Dieser Hightech-Ansatz liegt im Trend: Vergangenes Jahr hatte der Schönheitsgigant L’Oreal mit Apple einen tragbaren UV-Sensor für Sonneneinstrahlung auf den Markt gebracht. Eine „intelligente“ Haarbürste gibt es seit 2017.

Foto: Abonnement-Angebot Optune (Shiseido)