Tokio (JAPANMARKT) – Der Weg vom Autobauer zum Mobilitätsanbieter bedeutet für Toyota auch, sich viel mehr mit Elektronik und Software zu beschäftigen. Nun entwickelt der Konzern eigene Halbleiterbausteine.

Module und Sensoren

Dafür gründen Toyota und der nach Bosch weltgrößte Autozulieferer Denso ein gemeinsames Unternehmen, das die Halbleiter der nächsten Generation erforscht und entwickelt. Das Joint Venture mit einem Grundkapital von 50 Millionen Yen (410.000 Euro) soll im April 2020 die Arbeit aufnehmen.

Nach Angaben von Toyota wird die neue Gesellschaft an Grundstrukturen und Verarbeitungsverfahren von Halbleitern der nächsten Generation arbeiten und entsprechende elektronische Komponenten entwickeln, darunter Leistungsmodule für Elektrofahrzeuge und automobile Überwachungssensoren.

Beide Komponenten ermöglichen es einem Elektroautoproduzenten, sich von der Konkurrenz zu unterscheiden. Die Leistungsmodule – oft Mikrokontroller oder Systemchips genannt – entscheiden über die Stromsteuerung von Akkus und Elektromotor, die Überwachungssensoren bilden die Augen und Ohren von Systemen für das assistierte oder autonome Fahren.

Konkurrenz für Renesas

Im Juni vergangenen Jahres hatten Toyota und Denso verabredet, die Entwicklung und Produktion elektronischer Komponenten bei Denso zu bündeln. Das neue Unternehmen stärkt den Automobilzulieferer bei der Entwicklung von Halbleitern. Daran beteiligt sich Toyota zu 49 Prozent, um die Prozesse zu beschleunigen.

Das Vorpreschen von Toyota und Denso könnte sich mittelfristig auf die weltweite Halbleiterindustrie auswirken. Bisher dominiert der japanische Hersteller Renesas das Geschäft mit Mikrokontrollern für die Autoindustrie, während der US-Hersteller Nvidia schnelle Chips für die Verarbeitung und Verwertung von Sensordaten liefert. Falls mehr Fahrzeughersteller ihre eigenen Chips entwickeln, dürften die Geschäfte von Renesas und Nvidia leiden.

Foto: Toyota