Tokio (JAPANMARKT) – Jüngere Ausländer ersetzen auf dem Arbeitsmarkt in wachsendem Ausmaß ältere Japaner. Darauf deuten die jüngsten Bevölkerungsdaten hin.

Fokus auf Erwerbstätige

Die Anomalien in den Statistiken sind nicht mehr zu übersehen. Einerseits sank die Zahl der Japaner im Alter von 15 bis 64 Jahren, die Ökonomen als typische Periode der Erwerbstätigkeit betrachten, um 613.000 auf 74,23 Millionen. Andererseits schrumpfte die Zahl der Japaner mit Stand Jahresanfang 2019 um rund 433.000 auf 124,8 Millionen das zehnte Jahr hintereinander.

Doch die Ausländer sorgen für einen gewissen Ausgleich. Ihre Zahl im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 64 Jahren stieg um knapp 150.000 auf 2,26 Millionen. Davon war fast ein Drittel zwischen 20 und 30 Jahre alt.

Das bedeutet: 85 Prozent der 2,7 Millionen Ausländer in Japan sind im klassischen Erwerbstätigenalter zwischen 15 und 64 Jahren, bei der japanischen Bevölkerung sank wegen des demografischen Wandels diese Quote dagegen auf das historische Tief von 59,9 Prozent.

Verschiedene Ausgleiche

Allerdings konnten die Ausländer zumindest in der Altersspanne zwischen 15 und 64 den Exodus der Japaner nur wenig ausgleichen: Binnen fünf Jahren schrumpfte die Zahl der klassischen Erwerbstätigen um 4,1 Millionen, während in der gleichen Spanne nur 580.000 Ausländer dazukamen.

Trotzdem stieg die Gesamtzahl der Beschäftigten in den vergangenen fünf Jahren um bis zu vier Millionen Menschen auf bis zu 67,3 Millionen im März 2019. Im Mai waren es 66,9 Millionen. Die Zahl der Beschäftigten wuchs durch mehr teilzeitarbeitende Frauen, mehr Ausländer und mehr über 64-jährige Japaner, die ungeachtet ihres Alters weiterarbeiten.

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