Tokio (JAPANMARKT) – Schlaf wird normalerweise nicht mit Kaffee in Verbindung gebracht. Nestlé Japan hat diese Kombination jedoch zu einem erfolgreichen Geschäftskonzept gemacht.

Kultur des „inemuri“

Die langen Anfahrtwege ins Büro und die Arbeitszeiten bis in den Abend verursachen bei vielen Japanern ein chronisches Schlafdefizit. Gleichzeitig existiert eine Kultur des öffentlichen Schlafens, „inemuri“ genannt, was wörtlich „anwesend sein und schlafen“ bedeutet.

Daher eröffnete Nestlé Japan Popup-Cafés im März 2017 in Harajuku und im August 2017 und März 2018 in Ginza . Dort konnten sich die Kunden vor oder nach der Arbeit oder zwischendurch entspannen oder schlafen.

Nach vielen positiven Reaktionen und einer Analyse der Erfahrungen beschloss Nestlé, eine permanente Version dieser „Schlafcafés“ unter dem Markennamen ihres Kaffees „Nescafé“ zu eröffnen. Im „Nescafé Suimin Café“ im Tokioter Stadtteil Shinagawa können Kunden nun Nickerchen halten.

Mittags- und Schlafkurs

Der „Mittagskurs“ für 750 Yen (plus Umsatzsteuer) besteht aus der Nutzung eines Lederliegestuhls für 30 Minuten plus einer Tasse Nescafé. Ein so kurzes Nickerchen beeinträchtige die Nachtruhe nicht, aber helfe die Müdigkeit zu überwinden, sagt Nestlé.

Beim „Schlafkurs“ legen sich die Kunden für eine Stunde bis zu drei Stunden und zu Preisen zwischen 1500 und 4950 Yen (plus Umsatzsteuer) in ein normales Bett. Nach dem Aufwachen können diese Kunden Nescafé mit Koffein trinken.

Nestlé weist darauf hin, dass Schlaf und Kaffee gut zusammenpassen, da das anregende Koffein nicht sofort wirkt. Es dauert zwischen 15 und 30 Minuten, bis es tatsächlich das Nervensystem stimuliert und man sich wacher fühlt.

Das Schlafcafé verwendet ein intelligentes Beleuchtungssystem mit warmem Licht. Ein spezielles Audiosystem spielt Naturgeräusche von Wäldern und Flüssen in hoher Auflösung ab. Auf Wunsch erhalten die Kunden bei Verwendung einer Augenmaske einen Bericht über ihre Schlafqualität.

Foto: Nestlé Japan