Tokio (JAPANMARKT) – Die Ausfuhren Japans sind im Juni den siebten Monat hintereinander zurückgegangen. Über die Ursachen herrscht weitgehende Einigkeit.

Handelsstreit belastet

Die Exporte von Japan gelten als besonders sensibler Indikator für die Weltkonjunktur. Das siebte monatliche Minus im Vergleich zum Vorjahr geht voraussichtlich auf die lahmende Wirtschaft in China sowie die Folgen der Handelsstreitigkeiten der USA mit China und anderen Ländern zurück.

Gemäß den Zahlen des Finanzministeriums sanken die Ausfuhren um 6,7 Prozent zum Vorjahr stärker als von Ökonomen erwartet. Die Importe sanken um 5,2 Prozent, ebenfalls mehr als vorhergesagt. In der Folge schrumpfte der Überschuss in der Handelsbilanz um ein Fünftel auf 589,5 Milliarden Yen (4,8 Milliarden Euro).

Schwache China-Konjunktur

Die negative Entwicklung hatte sich bereits bei der vierteljährlichen Geschäftsklimaumfrage der Bank of Japan angedeutet, die Anfang Juli veröffentlicht wurde. Laut der Tankan-Umfrage fiel der Stimmungsindex für die produzierende Großindustrie, die auf den Export orientiert ist, auf ein Dreijahrestief.

Chinas Volkswirtschaft war im zweiten Kalenderquartal mit 6,2 Prozent so langsam gewachsen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gemäß Analysten ist vermutlich selbst diese Zahl schöngefärbt. Die Entwicklung hängt zum einen mit dem Handelsstreit und zum anderen mit strukturellen Problemen in China zusammen.

Handelsüberschuss mit USA

Die Exporte nach China, dem größten Handelspartner von Japan, sanken im Jahresvergleich um zehn Prozent und die Gesamtexporte nach Asien um acht Prozent. Auch nach Europa schrumpften die Ausfuhren um sieben Prozent, obwohl Anfang Februar das Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union in Kraft trat.

Die Exporte in die USA legten jedoch um 4,8 Prozent zu. Ein stützender Faktor waren erhöhte Ausfuhren von japanischen Maschinen für die Herstellung von Halbleiterprodukten wie Chips. Dadurch stieg der Handelsschuss mit den USA um 13,5 Prozent. Das könnten die USA für mehr Druck in den Verhandlungen um einen bilateralen Handelsvertrag mit Japan nutzen.

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