Tokio (JAPANMARKT) – Eine Kombination von Boxen und Singen ist der neueste Schrei in den japanischen Karaoke-Tempeln. Dabei handelt es sich um eine durchaus typische Innovation einer Branche, die mit viel Konkurrenz kämpft.

Wettkampf mit Netflix

Zwei Spieler setzen sich ein VR-Headset auf und ziehen sich Boxhandschuhe mit Bewegungssensoren an. Je lauter ein Spieler die auf einem Bildschirm eingeblendeten Texte singt, desto härter fällt der Schlag gegen seinen „Gegner“ im virtuellen Boxring aus.

Diese Karaoke-Variante „Boku-Kara“ – ein Kunstwort aus Boxing und Karaoke – passt zum Hightech-Trend in den Gesangsboxen von japanischen Kettenanbietern wie „Big Echo“. Die Neuerungen sollen die potenziellen Kunden von ihren Smartphone-Spielen und ihren Netflix-Fernsehserien weglocken.

Virtuelle Realität

Der Trend lässt sich seit etwa einem Jahrzehnt beobachten. Die Technologie der virtuellen Realität ermöglichte es den Amateursängern, etwa in die Rolle von Queen-Leadsänger Freddie Mercury auf der Bühne von Live Aid 1985 oder von Luciano Pavarotti in der Mailänder Scala zu schlüpfen und an ihrer Stelle zu singen.

Seit einigen Jahren können die Kunden mit Hilfe einer Software auch die Höhe und Farbe ihrer Stimme verändern oder sie sogar dem Sound des Originalinterpreteten annähern. Zum neuen Karaoke-Standard gehört bereits, dass am Ende eines Songs die Zahl der verbrannten Kalorien angezeigt wird.

Ähnlich verbreitet ist die Option, die eigene Gesangsleistung mit dem Original zu vergleichen. Dafür erhalten die Sänger eine Note. Eine andere Option besteht darin, das eigene Smartphone über eine App in ein Instrument zu verwandeln. Dessen Sound mischt eine Software in die Hintergrundmusik.

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