Tokio (JAPANMARKT) – Die Betreiber von 100-Yen-Läden expandieren weiter. Den Retailgiganten Amazon sieht man erstaunlicherweise nicht als Bedrohung.

Freude am Discount

Die Nachfrage auf Konsumentenseite nach Billigangeboten ist so stark, dass gemäß einem Bericht der Finanzzeitung Nikkei die vier großen 100-Yen-Ladenketten mit aktuell über 7.100 Standorten in diesem Jahr netto mehr neue Filialen eröffnen als die Betreiber von Mini-Supermärkten, in Japan „Konbini“ genannt.

Bis März 2020 will Marktführer Daiso Sangyo 170 neue Geschäfte eröffnen. Die Branchenzweite Sena plant 150 neue 100-Yen-Filialen und die Mitbewerber Can Do 80 und Watts 115. Unterm Strich wächst die Zahl der 100-Yen-Läden um 310. Im Vorjahr waren es 294. Dagegen wollen die drei Konbini-Betreiber Seven & I, FamilyMart und Lawson lediglich netto 276 neue Geschäfte aufmachen.

Gefragter Partner

Der Hintergrund dieser Expansion: Angesichts der anhaltenden Sparleidenschaft der Verbraucher in Japan sind die Ketten ein gefragter Standortpartner für Einkaufszentren und Supermärkte geworden. Die 100-Yen-Läden sollen vor allem jüngere Kunden in die Märkte und Zentren locken. Der Siegeszug von Amazon in Japan hat die Attraktivität der 100-Yen-Läden nicht geschmälert.

Japanische Kunden mögen das breite Angebot an preiswerten Waren wie Snacks und Haushaltswaren und haben Spaß am Entdecken modischer und neuer Artikel. Zudem kaufen Kunden von 100-Yen-Läden im Schnitt nur für 600 Yen ein. Bei diesem niedrigen Warenwert verlangt Amazon eine Auslieferungsgebühr, sodass Online-Shoppen keine gute Alternative bietet.

Foto: 100-Yen-Laden von Daiso Sangyo (flickr/Guilhem Vellut CC BY 2.0)