Tokio (JAPANMARKT) – Ähnlich wie in Deutschland gibt es in Japan viele unbekannte Weltmarktführer. Auf diese Stärke kann Japans Wirtschaft wohl auch künftig bauen.

Verborgene Champions

Diese sogenannten „Hidden Champions“ besetzen meist eine wichtige Nische in einer Liefer- oder Wertschöpfungskette. Ohne ihre Zutaten kann ein Produkt nicht entstehen. Ein Beispiel liefert Irie Koken Company. Die Gebläse des Herstellers halten die Reinräume von Halbleiter- und Bildschirm-Produzenten sauber.

Früher produzierte Japans Industrie Elektronikwaren für Privatkunden – der Walkman von Sony, die DS-Konsole von Nintendo und die Plasma-Bildschirme von Panasonic waren unter den bekanntesten Vertretern. Doch heute ist Japan – abgesehen von der Kameraindustrie – vor allem eine schwimmende Fabrik für Hochleistungsbauteile und -maschine im Elektroniksektor.

Digitalisierung stützt Japan AG

Anders gesagt: Japan stellt heute die Sachen und Maschinen für die digitale Revolution her. Die Roboter für die Fertigungslinien, die Mikroprozessoren für die Assistenzsysteme von Fahrzeugen, die Kondensatoren und Frequenzfilter für Smartphones.

Der Handelsstreit mit Südkorea brachte auch ans Licht, dass japanische Unternehmen den Weltmarkt für bestimmte Chemikalien für die Chipherstellung beherrscht.

Das erhöhte Tempo und Ausmaß der Digitalisierung kommt solchen Herstellern zugute. Diese Unternehmen könnten zu Zugpferden der japanischen Wirtschaft werden. Allerdings gibt es zwei Gefahren: Erstens holt China in der Qualität langsam aber sicher auf. Zweitens könnte der Arbeitskräftemangel in Japan die Geschäfte dieser Unternehmen bremsen.

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