Tokio (JAPANMARKT) – Die Aufwertung des Yen hat Japans größter Autobauer Toyota dazu gezwungen, die erst drei Monate alte Jahresprognose zu korrigieren. Das erste Quartal fiel jedoch überraschend gut aus.

Aufwertung belastet

Statt 2,55 Billionen Yen erwartet Japans größter Fahrzeughersteller im bis Ende März 2020 laufenden Geschäftsjahr nun 2,4 Billionen Yen (20,2 Milliarden Euro) an operativem Gewinn. Unterm Strich blieben 2,15 Billionen Yen (18,1 Milliarden Euro), knapp 5 Prozent weniger als die alte Vorhersage. Den Ausblick für den Umsatz kürzte Toyota um 1,7 Prozent auf 29,5 Billionen Yen (248 Milliarden Euro).

Als Grund für die Korrektur nannte die Fahrzeuggruppe, zu der auch der Kleinwagenspezialist Daihatsu und die Nutzfahrzeugtochter Hino gehören, eine veränderte Erwartung beim Wechselkurs von 106 statt 110 Yen zum Dollar und 121 statt 125 Yen zum Euro. Am Montag kostete 1 Euro sogar weniger als 119 Yen. Die Aufwertung kostet den Hersteller 180 Milliarden Yen.

Zudem rechnet der Konzern nun mit 10,73 Millionen verkauften Fahrzeugen, 10.000 weniger als bisher. Im ersten Halbjahr lag Toyota mit 5,312 Millionen verkauften Autos knapp hinter dem Absatz der VW-Gruppe von 5,36 Millionen Fahrzeugen. Aber bei den Produktionszahlen führt Toyota mit 5,465 Millionen Stück ( plus4,1 Prozent) deutlich vor VW mit 5,365 Millionen Stück (minus 2,8 Prozent).

Starkes Vierteljahr

Mit der pessimistischen Einschätzung des Währungstrends ist Toyota in Japans Autobranche nicht allein. Der Rivale Honda, die Nummer 3 in Japan, senkte wegen der Aufwertung des Yen den Jahresausblick für den Nettogewinn um drei Prozent auf 645 Milliarden Yen (5,4 Milliarden Euro). Im abgelaufenen Vierteljahr ging der Ertrag um 29,5 Prozent auf 172,3 Milliarden Yen (1,4 Milliarden Euro) zurück.

Dagegen verbuchte Marktführer Toyota mit einem Reingewinn von 683 Milliarden Yen (5,7 Milliarden Euro) sein stärkstes erstes Geschäftsquartal überhaupt. Zum Vorjahr legte der Gewinn um 3,9 Prozent zu. Operativ verbuchte Japans umsatzstärkstes Unternehmen einen Zuwachs von starken 8,7 Prozent auf rund 742 Milliarden Yen (6,2 Milliarden Euro). Dies ergibt den höchsten Betriebsgewinn seit fast vier Jahren.

Foto: Toyota