Tokio (JAPANMARKT) – Im „Computer Science Laboratory“ (CSL) widmen sich 30 Ingenieure einzigartigen Forschungsprojekten. Immer noch leistet sich Sony diesen unternehmerischen Luxus.

Ohne Gewinnziel

Das CSL hat verschiedene Dienstleistungen und Produkte für Sony entwickelt. Dazu gehört das Betriebssystem „Asperios“ für den Roboterhund Aibo, eine Computersprache zur Beschreibung dreidimensionaler Modelle und Technologien für die Herstellung von Halbleitern.

Doch die Forscher arbeiten ohne jeden Zwang, kommerziellen Erfolg zu haben. Den Arbeitsethos in dem Labor beschreibt die Finanzzeitung Nikkei als „eine Ablehnung konventioneller Denweisen und dem Wunsch, etwas Unbekanntes zu entdecken“.

Einsam und einzigartig

Bei einem Forum zum 30-jährigen CSL-Geburtstag präsentierten die Forscher ihre Projekte zu inteligenter Landwirtschaft, robotischen Gliedmaßen, Stadtplanung oder Kosmetik – ein Bezug zu den Geschäften von Sony ist nicht notwendig.

Das CSL beschäftigt die Creme de la Creme der Sony-Ingenieure: Nur einer von zwölf internen Bewerbern erhält einen Job. Das Ziel ihrer Forschung darf keine Fortsetzung ihrer früheren akademischen Arbeit sein, sondern muss einzigartig und besonders sein. Sie dürfen auch kein Forschungsziel verfolgen, das einem Wettbewerber von Sony helfen könnte.

Jedes Jahr erhält das CSL ein Zehntausendstel des Umsatzes von Sony als Budget. In diesem Jahr verfügt das Labor daher über 800 Millionen Yen (6,6 Millionen Euro). Daher werden nicht mehr als 30 Forscher beschäftigt. Besonders hart: Jeder arbeitet ganz alleine für sich, die sonst üblichen Teambildung ist nicht erlaubt.

Foto: Roboterhund Aibo (flickr/Rob Pegoraro CC BY-NC-SA 2.0)