Tokio (JAPANMARKT) – Südkorea will weniger japanische Vorprodukte für seine Industrie benutzen. Dabei reagiert der Nachbar darauf, dass Japan den bevorzugten Handelsstaat von Südkorea aufgehoben hat.

Sichere Versorgung

Nach südkoreanischen Presseberichten bezeichnete Präsident Moon Jae-in den Handelskonflikt mit Japan als „Weckruf“. Künftig will die Regierung südkoreanische Unternehmen bei ausländischen Übernahmen unterstützen, mehr ausländische Investoren anlocken und die Arbeits- und Umweltvorschriften lockern.

Das Land will die Versorgung mit 100 wichtigen Materialien und Komponenten für die Herstellung von Halbleitern, Bildschirmen, Autos und anderen Exportwaren sicherstellen. Innerhalb von sieben Jahren fließen umgerechnet 5,8 Milliarden Euro, um industrielle Technologien, Materialien und Bauteile selbst zu entwickeln.

Lizenz für Exporte

Als einzigem Land in Asien hatte Japan seinem Nachbarn und Verbündeten Südkorea einen bevorzugten Handelsstatus gewährt. Damit ist Schluss. Ab 28. August benötigen südkoreanische Unternehmen eine Exportlizenz für zahlreiche Rohstoffe und Waren von Baumaterialien bis Chemikalien, die sich militärisch nutzen lassen. Die bürokratische Prozedur verzögert die Ausfuhr um bis zu 90 Tage. Dies könnte die Industrieproduktion in Südkorea bremsen.

Jedoch betonte Japans Handelsminister Hiroshige Seko, die Maßnahme werde weder den Handel noch die bilateralen Beziehungen beeinträchtigen. Damit wies er die Sorge von Analysten zurück, globale Lieferketten für Elektronik wie Smartphones seien gefährdet. Bereits Anfang Juli hatte Japan Exportlizenzen für drei Chemikalien eingeführt, die südkoreanische Halbleiterhersteller wie Samsung Electronics brauchen.

Foto: Denkmal für Korea-König Sejong in Seoul (Pxhere CC0)