Tokio (JAPANMARKT) – Die drei großen Finanzgruppen haben im ersten Geschäftsquartal schon mehr als ein Viertel ihrer erwarteten Jahresgewinne eingefahren. Aber sie lassen weiter Vorsicht walten.

Innerhalb der Prognose

Branchenführer Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG) steigerte sich im Vierteljahr zwischen April und Juni unterm Strich um 24 Prozent zum Vorjahr auf 391 Milliarden Yen (3,3 Milliarden Euro). Das waren rund 43 Prozent des prognostizierten Jahresertrags von 900 Milliarden Yen.

Der Sprung basierte in erster Linie auf dem Verkaufsgewinn von 85,2 Milliarden Yen aus ausländischen Anleihen, deren Kurse zuletzt deutlich gestiegen waren. Dagegen konnte die Finanzgruppe die erwartete Abschreibung auf ihre indonesische Beteiligung vermeiden, weil der Aktienkurs der PT Bank Danamon Indonesien rechtzeitig drehte.

Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) verdiente mit 216 Milliarden Yen (1,8 Milliarden Euro) zwar 5 Prozent weniger als im Vorjahr, aber sammelte damit 31 Prozent des vorhergesagten Gesamtgewinns von 700 Milliarden Yen ein. Auch Mizuho Financial Group reichte der Quartalsgewinn von 162,4 Milliarden Yen (1,4 Milliarden Euro), um knapp 35 Prozent der Prognose von 470 Milliarden Yen einzufahren.

Zurückhaltung beim Ausblick

Alle drei Finanzgruppen verzichteten jedoch darauf, ihren Ausblick anzuheben. Denn ihre Gewinnaussichten bleiben grundsätzlich trübe. Sie müssen befürchten, dass die Bank of Japan im Wettlauf mit anderen Notenbanken die Geldpolitik möglicherweise noch im Herbst erneut lockert und dabei den Negativzins verschärft.

Dessen Einführung Anfang 2016 hat die Margen im Kerngeschäft mit Krediten in Japan verringert. Bei der SMFG-Geschäftsbank SMBC zum Beispiel schrumpfte das Nettozinseinkommen im abgelaufenen Quartal um 14 Prozent auf 202,3 Milliarden Yen, während der Abstand zwischen Einlagen- und Kreditzins von 0,95 Prozent auf 0,92 Prozent abschmolz.

Mehr Auslandskredite

Als Gegenmittel fuhren diese „Megabanken“ ihre Portfolios an Auslandskrediten hoch. Aber die Grenzen des Möglichen scheinen inzwischen erreicht, weil die Margen unter den hohen Absicherungskosten der meist in Dollar notierten Kredite leiden. Daher stagniert das Verhältnis zwischen den Kreditvolumen in Japan und im Ausland.

Zuletzt besserten die Gruppen ihre Bilanz durch den Verkauf von Aktien ihrer Geschäftskunden auf, die sie als Zeichen ihrer Verbundenheit hielten. Wegen des schwachen Abschneidens japanischer Aktien hielten sich diese Gewinne im Berichtszeitraum jedoch in Grenzen. Bei MUFG betrugen sie 23,9 Milliarden Yen, bei SMFG 30,9 Milliarden Yen und bei Mizuho 28,2 Milliarden Yen.

Foto: Japanische Bankfiliale (Wikipedia CC BY-SA 3.0)