Tokio (JAPANMARKT) – Japanische Unternehmen wollen das erste komplett emissionsfreie Schiff bauen. Das soll die nationalen Frachtschiffer voranbringen.

Joint Venture steht

Mitsui O.S.K. Lines, einer der größten Schifffahrtsgesellschaften Japans, sowie das Handelshaus Mitsubishi Corp., Asahi Tanker und Exeno Yamamizu haben eine strategische Partnerschaft für Elektroschiffe beschlossen. Der Strom für die Batterien soll aus Krafwerken mit erneuerbaren Energien stammen.

Das neu gegründete Unternehmen mit dem Namen „e5 Lab“ will nach eigenen Angaben „saubere Seeverkehrsmittel“ entwickeln und fördern. Die vier Großaktionäre wollen ihr technologisches Wissen und ihre Netzwerke einbringen, um die Schiffe selbst sowie eine Plattform für ihre Nutzung zu verwirklichen.

Weniger Kohlendioxid

Als erste Aufgabe hat sich „e5 Lab“ vorgenommen, bis Mitte 2021 den weltweit ersten emissionsfreien Tanker zu bauen. Das Schiff für küstennahe Einsätze wird mit Großbatterien betrieben und in der Bucht von Tokio eingesetzt.

Der Hintergrund des Vorstoßes: Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) fordert, dass die jährlichen Kohlendioxid-Emissionen der weltweiten marinen Transportlogistik bis zum Jahr 2025 um die Hälfte (im Vergleich zu 2008) sinken.

Meeresstrom nutzen

Auch an einer anderen Front möchte Japan Pioniertaten vollbringen: Zum ersten Mal in Japan setzt ein privates Unternehmen eine Turbine ins Meer, um natürliche Strömungen im Meer in Strom zu verwandeln. Bisher gab es nur Gezeitenkraftwerke.

Das Unternehmen IHI, einer der großen Ingenieurdienstleister in Japan, will die Technologie schon ab 2021 kommerzialisieren. Ein 30-Tonnen-Prototyp mit einer Leistung von 100 Kilowatt wird noch in diesem Monat in 100 Meter Tiefe nahe einer Insel vor Kagoshima in Kyushu am Meeresboden verankert.

Foto: Mitsubishi Corp.