Tokio (JAPANMARKT) – Japans Wirtschaft ist das dritte Vierteljahr hintereinander gewachsen. Vor allem die Stärke überraschte viele Beobachter.

Besser als erwartet

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg aufs Jahr hochgerechnet real und saisonbereinigt um 1,8 Prozent und zum Vorquartal um 0,4 Prozent. Zwar verlangsamte sich das Wachstum zum vorigen Vierteljahr um knapp die Hälfte, aber Ökonomen hatten mit einer noch stärkeren Abbremsung gerechnet.

„Der geringere Industrieanteil und die geringe Exportabhängigkeit könnten erklären, warum Japan von der globalen Wachstumsverlangsamung weniger betroffen als Deutschland ist“, kommentierte Deka-Analyst Rudolf Besch die Zahlen.

Hoher Privatkonsum

Damit dürfte die für Oktober geplante Anhebung der Umsatzsteuer um zwei Punkte auf 10 Prozent stattfinden. Bisher spekulierte der Finanzmarkt für den Fall eines Abschwungs über eine erneute Verschiebung. Vor zwei Wochen hatte die japanische Regierung ihre Wachstumsprognose für 2019 um 0,4 Punkte auf 0,9 Prozent gesenkt. Dagegen blieben Analysten uneinig, wie sich die höher als erwartete Wachstumsrate auf die Geldpolitik der Bank of Japan auswirken könnte.

Der private Konsum sprang um 0,6 Prozent zum Vorquartal. Zum einen wirkte sich die lange Arbeitspause durch die Feiertage zum Wechsel auf dem Kaiserthron aus. Zum anderen haben die für ihre Sparwut berüchtigten Verbraucher die Anschaffung von Konsumgüter im Hinblick auf die höhere Umsatzsteuer offenbar vorgezogen.

Zugleich schraubten die privaten Unternehmen ihre Kapitalausgaben um 1,5 Prozent zum Vorquartal nach oben. Die öffentlichen Investitionen kletterten um 1,0 Prozent. Die Nettoexporte zogen die Wachstumsrate um 0,3 Punkte nach unten.

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