Tokio (JAPANMARKT) – Japans Frauen drängen mit Erfolg in den Arbeitsmarkt. Ihr nächstes Ziel sind mehr Festanstellungen.

Starker Trend

Nach Angaben des Innenministeriums waren im Juni 30,03 Millionen japanische Frauen erwerbstätig. Damit überschritt diese Zahl erstmals die runde Marke von 30 Millionen, obwohl die Bevölkerung selbst schrumpft. Das Tempo war dramatisch: Von den 530.000 Neueinstellungen im Juni waren rund 90 Prozent weiblich.

Als Folge dieser Trends ist der Anteil der Frauen an den Beschäftigten innerhalb der letzten zehn Jahren um 2,6 Punkte auf 44,5 Prozent gestiegen. Gleichberechtigung bei der Beschäftigung herrscht nur bei den jungen Frauen. In der Altersgruppe 15 bis 24 Jahre stellen sie 50,5 Prozent der Beschäftigten. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt der Frauenanteil an den Erwerbstätigen 46,3 Prozent (Stand 2018) – ein typischer Wert für westliche Industrieländer.

„Irreguläre“ Jobs

Besonders stark stieg die Zahl der arbeitenden Frauen im Alter über 65 Jahren – 2009 waren es im Schnitt 1,45 Millionen, im Juni 3,59 Millionen. Aber diese Altersgruppe bleibt eine Ursache für den Rückstand der Frauen: Nur 17,7 Prozent der Frauen über 65 arbeiten, die Männerquote von 34,3 Prozent ist doppelt so hoch.

Japanische Frauen haben auch weniger sichere und damit schlechter bezahlte Jobs. 55 Prozent der Frauen sind „irregulär“ beschäftigt, also als Zeitarbeiter oder in Teilzeit. Bei den Männern liegt dieser Anteil nur bei 23 Prozent. Wegen des hohen Personalmangels verbessern sich jedoch die Chancen der Frauen auf Festanstellung.

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