Tokio (JAPANMARKT) – Beim Elektroauto teilt sich Japans Autoindustrie in das „Team Toyota“ und die zu Renault gehörige Gruppe aus Nissan und Mitsubishi auf. Als Einziger der großen Autobauer in Japan bleibt daher Honda außen vor.

Auf Partnersuche

Bisher arbeitete dieser Hersteller immer nach dem Prinzip, alles selbst zu entwickeln und allein zu stemmen. Beim eigenen „Mildhybrid“-Antrieb klappte das noch. Noch vor dem ewigen Rivalen Toyota verkaufte Honda das erste Hybridauto in Nordamerika. Doch Takahiro Hachigo, Honda-Chef seit 2015, hält die alte Kultur des Alleingangs für ineffizient.

Zwar hob er im Juni 2017 eine eigene Abteilung für die Entwicklung von Plattformen für Elektroautos aus der Taufe. Aber er sucht sich externe Partner. Mit dem Spezialisten Hitachi gründete Hachigo ein Joint Venture für die Entwicklung und den Bau von Elektromotoren, das ab 2021 für Honda fertigt. Die Batterien würden von General Motors geliefert, sagte Hachigo im Juni.

Für 2030 rechnet der japanische Branchendritte (hinter Toyota und Nissan) mit einem elektrifizierten Anteil von zwei Dritteln des Jahresabsatzes. Der Prototyp des ersten eigenen Elektroautos mit einer eigenen Plattform – der Honda e – wurde auf dem Genfer Autosalon im Frühjahr vorgestellt. Das Auto kommt 2020 in Japan und in Europa auf den Markt. Die Reichweite von 200 Kilometern zielt auf Stadtnutzer.

Sparen bei Fabriken

Doch Hachigos große Sorge gilt dem Gewinn, der als Folge der Elektrifizierung sinken wird. Daher konsolidiert er die globale Produktion. Zum einen gibt Honda die Produktion in Großbritannien ganz auf, zum anderen schließt das älteste Werk in Japan. Die entsprechend höhere Auslastung der verbleibenden Fabriken in den USA und Japan senkt die Kosten.

Das Werk im japanischen Yorii soll zur globalen Mutterfabrik für die Entwicklung der neuesten Technologien und die Produktion von Elektroautos werden. Dennoch dürfte es Honda schwer haben, im Wettbewerb gegen das Team Toyota und die französisch-japanische Gruppe zu bestehen.

Der erste Teil der Serie „Japans E-Auto“ widmete sich dem Team Toyota, der zweite Teil dem neuen Geschäftsmodell und der kommende vierte Teil dem Brennstoffzellenantrieb.

Foto: Prototyp für Hondas erstes Elektroauto (Honda)