Tokio (JAPANMARKT) – Japans Unternehmen setzen traditionell auf Industrieproduktion. Daher wächst die Sorge, ob sie im angebrochenen Zeitalter der Daten überleben können.

Neue Datenwelt

Zu dieser Frage veröffentlichte das Magazin Chuokoron in der August-Ausgabe mehrere Artikel, die einen interessanten Einblick in die Denkweise von Wirtschaftsexperten geben. Der technische Berater des Automobilzulieferers, Takuya Oikawa, argumentierte zum Beispiel, dass japanische Unternehmen mit den großen US-Internetriesen konkurrieren könnten, falls sie ihre Datennutzung ändern und Strukturreformen durchführen.

Daten allein reichten nicht, meinte Oikawa, für ihre Nutzung seien Kenntnisse der Fertigungsindustrie und das Verständnis der Kultur in den Verkaufsgebieten notwendig. Daraus ergebe sich die einzigartige Wettbewerbsfähigkeit japanischer Unternehmen im Bereich der Industrieproduktion.

Jedoch hält der Berater eine radikale Neuorganisation für notwendig: Die Unternehmen sollten künftig zuerst Prototypen von Produkten herstellen und anhand der Reaktionen von Benutzern verbessern. Dafür müsste man Personal suchen, das in dieser Hinsicht genauso qualifiziert sei wie die Mitarbeiter der US-Internetkonzerne.

Datenerhebung begrenzen

Tatsuhiko Yamamoto, Professor and der Keio-Universität und ein Experte für den Schutz personenbezogener Daten, erklärte in dem Magazin, die industrielle Zukunft Japans hänge davon ab, ob die japanischen Fertigungsdaten so bedeutend seien, dass sie als Verhandlungsmasse gegenüber den US-Konzernen taugen und Zugeständnisse erzwingen könnten.

Der Wirtschaftsjournalist Yoshihito Kishi zeigte sich skeptischer. Das autonome Fahren werde der Testfall für die Zukunft der japanischen Fertigung. Falls die Datenmengen, die sich Google und andere Konzerne dabei verschafften, nicht begrenzt würden, dann würde die japanische Autoindustrie als Subunternehmer dieser Konzerne enden.

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