Tokio (JAPANMARKT) – Die weltweit erste kommerzielle Ökostadt Fujisawa zeigte die Möglichkeiten der Zukunft auf. Nun wird sie zum Testzentrum, um nicht den technologischen Anschluss zu verlieren.

Klimaziele erreicht

Die inzwischen fünf Jahre alte Retortensiedlung 50 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tokio wurde ohne staatliche Subventionen von einem prominent besetzten privaten Firmenkonsortium unter Führung des Elektronikriesen Panasonic auf einem ehemaligen Fabrikareal verwirklicht.

Die Bauherren legten Straßen und Gebäude auf 19 Hektar so an, dass der Wind vom drei Kilometer entfernten Pazifik maximal kühlt, und setzten in den Häusern so viel energiesparende Technik wie möglich ein. Eine stadteigene Solaranlage und die privaten Solardächer der 500 Einfamilienhäuser stellen 30 Prozent des benötigten Stroms her.

Die Bewohner sollen 70 Prozent weniger Kohlendioxid (im Vergleich zu 1990) erzeugen und 30 Prozent weniger Wasser verbrauchen. „Diese Ziele haben wir ganz klar erreicht“, zieht FSST-Geschäftsführer Takashi Kameda eine positive Zwischenbilanz vor Ort. Daher erweitert Panasonic die Stadt gerade um 100 energiesparende Apartmentwohnungen, danach werden es 3.000 Bewohner sein.

Neue Technologien

Doch der Konsortiumführer, der eine halbe Milliarde Euro investierte, strebt Verbesserungen an. Die Smart City leidet unter einem grundsätzlichen Manko: „Die technische Entwicklung verläuft so rasant, dass alles schnell veraltet“, berichtet Panasonic-Manager Hideki Takemura. Neue Geräte und Solarzellen arbeiten jedes Jahr effizienter. Künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge eröffnen ganz neue Möglichkeiten.

Daher will Panasonic in der Smart City künftig neue Technologien testen. Angefangen wurde mit Paketboxen für Lieferdienste vor jeder Haustür, die nur die Bewohner über eine eigene Smartphone-App öffnen können. Wegen extrem sparsamer Elektronik benötigen die Boxen keine teuren Außenstromkabel mehr. Demnächst experimentiert der Betreiber mit Diensten rund um den 5G-Mobilfunk.

Foto: Ladestation für Elektroautos in der Smart City Fujisawa (© Martin Fritz)