Tokio (JAPANMARKT) – Die japanische Wirtschaft entdeckt den Kontinent Afrika. Dabei leistet die Regierung Hilfe, um Japan mehr Einfluss zu verschaffen.

Siebte Konferenz

Bei der „Tokyo International Conference on African Development“ vor drei Jahren mussten die japanischen Manager selbst afrikanischen Boden betreten. Zum ersten Mal fand die damals sechste TICAD-Konferenz in Afrika statt, nämlich in Kenia. Diesmal konnten sie ihre Geschäftspartner bequem im Messezentrum von Yokohama treffen.

Seit der letzten Konferenz hat die japanische Privatwirtschaft nach Angaben des Außenministeriums 25,6 Milliarden Dollar in Afrika investiert. So erwarb Kansai Paint drei Unternehmen in Ostafrika, auch japanische Autobauer wie Nissan zeigen mehr Interesse an dem Kontinent. Aber das Handelsvolumen ist nur mäßig gewachsen.

Dafür lieferte der Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, Hiroshige Seko, im Mai eine Erklärung: Japanische Unternehmen erzielten große Erfolge in asiatischen Ländern, sagte Seko, und meinte damit, dass entsprechend weniger Energie für den Weg nach Afrika übrig bleibe.

Geschäftsmodell gesucht

Außerdem erschließen japanische Unternehmen einen neuen Markt traditionell damit, dass ein Industriehersteller sich ansiedelt und dann eine lokale Zulieferkette aufbaut. Dieses Modell sei aufgrund von afrikanischen Start-ups und durch die Digitalisierung überholt, sodass die Unternehmen ein neues Geschäftsmodell für den Einstieg bräuchten.

Anlässlich der Eröffnung der TICAD-Konferenz erneuerte Regierungschef Shinzo Abe das japanische Versprechen, innerhalb der nächsten drei Jahre mindestens 20 Milliarden Dollar privates Geld in Afrika zu investieren. Damit will Japan auch seinen Einfluss in der Region vergrößern und ein Gegengewicht zur starken Präsenz von China schaffen.

Foto: Eröffnung der TICAD-Konferenz mit Shinzo Abe (© Kantei)