Tokio (JAPANMARKT) – Mitsubishi Electric baut die Europa-Zentrale für das Geschäft mit mobilen Kartenlösungen in Ratingen auf. Der Anbieter will beim autonomen Fahren in Deutschland und Europa mit japanischer Präzision mitmischen.

Europa im Visier

Der neue Geschäftsbereich „High Precision Positioning Systems“ bietet deutschen und europäischen Kunden Technologien an, um das zentimetergenaue autonome Fahren schneller einzuführen. Dabei handelt es sich um das Mobile Mapping System (MMS) und den hochpräzisen Positionierungsempfänger AQLOC für Anwendungen in Straßen- und Nutzfahrzeugen, Schiffshäfen, Drohnen sowie im Agrarbereich.

Das MMS kombiniert auf dem Fahrzeug montierte Positionsdatenantennen, Laserscanner und Kameras, um 3D-Positionierungsdaten von Straßen mit hoher Genauigkeit zu erstellen. Das System erfasst auf wenige Zentimeter genau Merkmale wie Kurven, Einmündungen, Fahrbahnmarkierungen, Verkehrszeichen, Ampeln und stellt diese in farbigen, hochauflösenden 3D-Karten dar. Als mögliche Kunden fasst Mitsubishi Kartenhersteller und Erschließungsunternehmen ins Auge.

Hohe Präzision

In Japan nutzt das Mitsubishi-System die Daten des japanischen Satellitensystems Quasi-Zenith. Die von Mitsubishi Electric entwickelte Konstellation besteht aus drei Positionssatelliten und liefert zentimetergenaue Positionsdaten. Darüber hinaus hat Mitsubishi mit Bosch und weiteren Firmen das Unternehmen Sapcorda gegründet. Es bietet die Korrektur von Positionssignalen zur Erhöhung der Präzision an.

„Wir nutzen unsere Erfahrung aus der Entwicklung des japanischen Quasi-Zenith-Satellitensystems und unserem Positionsdatendienst in Japan“, erklärte Abteilungsleiter Kenji Nakakuki. In Japan ist Mitsubishi auch an dem Konsortium Dynamic Map Platform beteiligt, das zentimetergenaue Daten der japanischen Autobahnen erstellt hat.

Foto: Mitsubishi Electric