Tokio (JAPANMARKT) – Der japanische Lichtspezialist Ushio hilft bei der Geburt der nächsten Generation von Computerchips. Sein Erfolg beruht auf der japanischen Handwerkstradition.

Letzter Baustein

Die Auflösung der Transistoren auf einem Computerchip beträgt derzeit sieben Nanometer. Um noch kleinere Einheiten herzustellen, wollen die großen Chipproduzenten Intel, Samsung und TSM mit ultravioletter Strahlung beim Lithographieren der Chips arbeiten. Die notwendigen Maschinen stellt die niederländische ASML her.

An dieser Stelle kommt eine neue Technologie aus Japan ins Spiel. In der raumfüllenden Maschine von Ushio erhitzen Laser flüssiges Zinn zu einem Plasma und erzeugen eine Strahlung mit sehr kleiner Wellenlänge nahe dem Röntgenbereich. Damit lassen sich Produktionsfehler auf den Glasschablonen finden, die das Chipdesign auf die Wafer übertragen.

Im Juli verkündete Ushio den Meilenstein, dass diese Prüftechnologie einsatzfähig ist. Da dies der letzte Baustein für Lithographien mit ultravioletter Strahlung ist, wird es demnächst Chips mit weniger als sieben Nanometern geben. Ushio ist das einzige Unternehmen weltweit, das diese Technologie beherrscht, was einen Marktanteil von 100 Prozent garantiert.

Traditionelle Präzision

Ushio ist kein Einzelfall, berichtete der Finanzdienst Bloomberg. Auch andere japanische Unternehmen haben sich in der Elektronik so hoch spezialisiert, dass sie ihre Nische fast komplett allein ausfüllen. Die beiden Hersteller JSR Corp. und Tokyo Oka Kogyo zum Beispiel erzeugen das lichtempfindliche Plastik für das Aufbringen des Chipdesigns, AGC Inc. und Hoya stellen die Schablonen und Lasertec Corp. die Prüfmaschinen dafür her.

Hinter diesen technologischen Höchstleistungen steckt die jahrhundertealte Tradition von japanischen Handwerkern, ihre Ware mit extremer Genauigkeit und höchstem Perfektionsstreben zu fertigen, seien es mit Urushi-Lack beschichtete Alltagsgegenstände oder handgeschmiedete Schwerter.

Foto: Ushio