Tokio (JAPANMARKT) – Die überwiegend in Japan angebaute Frucht Yuzu wird neuerdings verstärkt nach Europa exportiert. Essenz und Saft finden vielfältige Verwendung.

Intensives Aroma

Die Yuzu gilt als Juwel unter den Zitrusfrüchten und ist viel teuer als Orangen, Grapefruits oder Zitronen. Denn der Aufwand ist hoch: Die Bäume wachsen 100 bis 200 Meter über dem Meeresspiegel an Berghängen. Die kurze Erntezeit dauert nur von Oktober bis Anfang Dezember. Die Bauern ernten die Yuzu mit der Hand und ohne Maschinen.

In Japan wird Yuzu wenig gegessen, daher liegt die Frucht nur selten im Obstregal der Supermärkte. Aber das intensive Aroma lässt sich vielseitig verwenden. Zum Beispiel bestimmt Yuzu den Charakter der Ponzu-Fleischsoße mit und liefert die Grundlage für die legendäre salzig-scharfe Würzpaste aus Yuzu und Chili. Auch Likör und Wein aus Yuzu munden.

Exporte aus Shikoku

Der größte Exporteur von Saft und Essenz nach Europa ist der japanische Ableger des Schweizer Handelshauses DKSH. Laut Präsident Michael Löfflad führte DKSH Japan im vergangenen Jahr 100 Tonnen gefrorenen Yuzu-Saft aus den Anbaugebieten in Shikoku aus. In Europa wird es hauptsächlich in Desserts verwendet und mit anderen Fruchtsäften vermischt.

Kürzlich hat DKSH Japan auch Yuzu-Pulver bei einem namhaften Schokoladenunternehmen in Frankreich erfolgreich eingeführt. Dieser Hersteller verkauft eine Yuzu-Schokokuverture, die inzwischen auch in Japan erhältlich ist. Auch für das ätherische Öl aus Yuzu hat Löfflad inzwischen Abnehmer gefunden.

Den Exporterfolg führt der Firmenchef darauf zurück, dass der feine Geschmack von Yuzu perfekt zum hohen Standard der französischen Küche passe. „Anhand dieser Erfahrung haben wir das große Potenzial dieser Frucht erkannt“, berichtete Löfflad. Inzwischen lägen ihm Anfragen aus vielen Ländern vor, darunter auch Deutschland.

Foto: Pxhere CC0