Tokio (JAPANMARKT) – Immer mehr japanische Unternehmen siedeln sich in Düsseldorf und Nordrhein-Westfalen an. Nun sollen engere Kontakte zur Start-up-Szene neue Dynamik erzeugen.

Digitale Wirtschaft

Über 150 Vertreter von namhaften japanischen Unternehmen der Digitalwirtschaft informierten sich in Tokio auf einem Business Seminar von NRW Invest, der Wirtschaftsförderung des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie der Stadt Düsseldorf über den Digitalstandort und die Investitionschancen in Deutschlands wirtschaftlich größtem Bundesland und seiner Landeshauptstadt.

In der Region Düsseldorf ansässige japanische und deutsche Industrieunternehmen wie DMG Mori, Henkel und Renesas Electronics berichteten über ihre Erfahrungen mit Smart Manufacturing, Künstlicher Intelligenz und neuen Mobilitätskonzepten. Das Düsseldorfer KI-Startup Conigny, der Digihub Rheinland sowie das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT gaben Einblicke in die Start-up- und Forschungsszene.

Düsseldorfer Besuch in der Konzernzentrale von Asahi Kasei in Tokio

Start-ups als Partner

Auch der Chemieriese Asahi Kasei interessiert sich für neue Verbindungen zur Gründerszene. Die Europazentrale wird vom Seestern am linken Rheinufer in den neuen Bürokomplex C-View im Medienhafen umziehen. Dort will Asahi Kasei auch das Forschungs- und Entwicklungszentrum aufbauen, das bisher in Dormagen ist.

„Hier wollen wir europaweit mit Automobil- und Hydrogentechnologie wachsen und auch neue Geschäftsfelder in Zusammenarbeit mit Start-ups erschließen“, sagte Asahi Kasei-Präsident Hideki Kobori anlässlich des Treffens mit Oberbürgermeister Thomas Geisel in der Firmenzentrale in Tokio. Damit stieß Kobori auf offene Ohren.

„Wir möchten herausfinden, für welche Start-ups Sie sich interessieren und bei der Kontaktaufnahme helfen“, sagte Peter Hornik, Leiter des Digital Innovation Hub Düsseldorf/Rheinland (Digihub), dem Management von Asahi Kasei. Der Digihub gibt jungen Unternehmen in Düsseldorf Starthilfe.

Oberbürgermeister Geisel vereinbarte mit der japanischen Außenhandelszentrale JETRO eine engere Zusammenarbeit bei der Start-up-Förderung. Dazu unterzeichneten Geisel und JETRO-Vorstand Masayoshi Watanabe eine Absichtserklärung. „Die Konzerne suchen zunehmend den Kontakt zu jungen, innovativen Unternehmen unserer Stadt, um durch Kooperationen von ihrem Erfindergeist zu profitieren“, beschrieb Geisel die Entwicklung.

Beliebter Standort

Der dreitägige Besuch der Düsseldorfer Delegation endete mit dem traditionellen Düsseldorfer Abend im Hotel New Otani. Mit 1.400 Gästen, davon 1.200 Japanern, gelang ein Teilnehmerrekord. Die Veranstaltung richtet sich an Japaner, die in Düsseldorf einmal beruflich tätig waren und noch einmal rheinisches Flair mit typischen Häppchen sowie Altbier vom Fass genießen wollen. Diesmal spendete die Brauerei Schlüssel das Bier.

Mit 620 Firmen, davon mehr als die Hälfte Europa-Zentralen, ist NRW der bevorzugte japanische Investitionsstandort in Europa. Alleine in Düsseldorf haben 405 japanische Unternehmen ihren Sitz. Rund 14.300 Japaner leben in dem Bundesland, knapp 8.500 wohnen in Düsseldorf. Und es werden mehr: Im Durchschnitt der letzten Jahre gab es jeweils 23 Neuansiedlungen.

Fotos: © Landeshauptstadt Düsseldorf/Hans Sautter