Tokio (JAPANMARKT) – Japan führt weltweit bei der Tumorbekämpfung mit schweren Ionen. Die guten Ergebnisse sollen den Aufwand und die Kosten rechtfertigen.

Wirksamste Therapie

Ein Krebsgeschwür wird heutzutage entweder operativ entfernt oder mit einer Chemotherapie sowie einer direkten Bestrahlung zerstört. Dabei wählen die Mediziner zwischen Röntgen- und Gammastrahlen sowie Partikelstrahlen. Letztere bestehen aus Protonen (ionisierter Wasserstoff) oder Kohlenstoff-Ionen.

Diese Schwerionen bilden die jüngste und wirksamste Strahlentherapie. Allerdings braucht das Beschleunigersystem beinahe die Fläche eines Fußballfeldes ein, um Kohlenstoffionen auf 70 Prozent zu beschleunigen. Doch die Strahlen treffen die Tumore so genau, dass sie die Krebszellen auf genetischer Ebene schädigt. Die Maschine erreicht mehr in weniger Sitzungen.

„Das System ist sehr effektiv bei der Behandlung von hartnäckigen Krebserkrankungen etwa von Knochen und Weichteilen und wenn der Patient sich aus körperlichen Gründen nicht operieren lassen kann“, erklärte Hiroyuki Kato, Chef der Ionenstrahltherapie im Krebszentrum der Präfektur Kanagawa. Dort hat Toshiba eine i-Rock genannte Schwerionenkanone errichtet.

Minimierte Gewebeschäden

i-Rock verwendet ein neuartiges dreidimensionales Abtastverfahren, das es den dünnen Kohenstoffionen-Strahlen ermöglicht, mehrere Schichten einer Tumorstelle zu bestrahlen. Dieser Ansatz gewährleistet eine punktgenaue Genauigkeit mit einem Strahl, der etwa dreimal effektiver bei der Zerstörung von Krebszellen ist als andere Strahlentherapien.

Die von Toshiba entwickelte 3D-Scantechnologie erzeugt schmale, bleistiftartige Strahlen und bestrahlt Krebsgeschwüre schnell, als ob sie ihre Konturen mit einem Stift ausfüllen würde. Der wichtige Vorteil dabei ist, dass Schwerionenstrahlen effizient auf Tumore gerichtet werden können, auch auf solche mit komplexen Formen. Die Kohlenstoffionen stoppen im Tumor und minimieren die Schäden am umgebenden Normalgewebe.

Beeindruckende Erfolge

Japan hat diese Speerspitze der Präzisionsmedizin früh erforscht und bereits beeindruckende Therapieerfolge bei einigen Krebsarten erzielt. Die Zahl der Behandelten liegt im fünfstelligen Bereich. Fünf Einrichtungen für diese neuartige Strahlentherapie bildeten vor zwei Jahren einen „Nationalen Rat der Gründer von Einrichtungen für Schwerionentherapie“.

Der Rat will die therapeutischen Leistungen weiter verbessern und ihre Preise senken. Toshiba und Hitachi sind die weltweit einzigen Hersteller für diese Systeme, wobei Hitachi derzeit die Sparte von Mitsubishi Electric integriert. Die japanischen Anbieter setzen auf internationales Wachstum mit diesen Therapieeinrichtungen.

Foto: Toshiba