Tokio (JAPANMARKT) – Das Kaufhaus Muji gehört zu den weltweit 20 bekanntesten Marken aus Japan. Aber das Geschäftsmodell lässt sich leicht nachahmen.

Minimales Design

Bei Muji denken viele Japaner an braun und weiss, die dominierenden Farben der Waren und Geschäfte. Die ursprüngliche Idee war disruptiv: Als alle Japaner in den 1980er Jahren perfekte Produkte verlangten, bot Muji, damals eine Sparte der Seiyu-Supermärkte, das Gegenteil an, zum Beispiel zerfledderte statt runde Shitake-Pilze. Der Name lässt sich mit „keine Marke, gutes Produkt“ übersetzen. Das Sortiment umfasst Schreibwaren, Kosmetik, Haushaltsgeräte und Möbel.

Das Credo von einfachen, preiswerten, aber hochwertigen und langlebigen Waren mit minimalistischem Designästhetik überzeugte weltweit zahllose Kunden, die in über 800 Filialen in 25 Ländern einkaufen können, darunter auch in Deutschland und der Schweiz. Doch die Expansion der letzten zehn Jahre mit einer Verdopplung des Umsatzes scheint an ihre Grenzen gestoßen zu sein, berichtete kürzlich der Finanzdienst Bloomberg.

Nachahmer in China

Denn chinesische Unternehmen kopieren inzwischen das japanische Geschäftsmodell und bringen Muji vor allem in China mit ähnlichen Waren zu viel niedrigeren Preisen in arge Bedrängnis. Erstmals seit acht Jahren sank der operative Gewinn des Mutterkonzerns Ryohin Keikaku, in den Kaufhäusern in China gingen die Umsätze zum Vorjahr erstmals zurück.

Inzwischen zieht Muji erste Konsequenzen. Ein Teil der Waren wird nicht mehr in Japan, sondern vor Ort produziert, falls es dort billiger ist. Zugleich will Muji das Angebot stärker an den lokalen Geschmack anpassen – nicht alle japanischen Waren werden im Ausland verstanden und nachgefragt. Außerdem expandiert das Unternehmen in neue Felder. Ein Schwerpunkt ist der Bau von Hotels im eigenen Designstil.

Foto: Muji-Filiale in München (Muji)