Tokio (JAPANMARKT) – Knapp zwei Monate nach der Oberhauswahl hat Japans Premierminister Shinzo Abe sein Kabinett umgebildet und 13 neue Minister berufen. Dabei achteten Beobachter vor allem auf mögliche Nachfolger.

Liebling Koizumi

Daher galt die größte Aufmerksamkeit der Ernennung von Shinjiro Koizumi zum Umweltminister. In Umfragen liegt der erst 38-Jährige, Sohn des populären Ex-Premiers Junichiro Koizumi, als Abe-Nachfolger weit vorn. Gemäß den ungeschriebenen Regeln der japanischen Politik wäre er dafür aber viel zu jung. Daher vermuten Analysten, dass Abe mit der Beförderung seine eigene Popularität stärken will.

Aber anderen Minister werden durchaus Chancen nachgesagt. Als aussichtsreich gilt Taro Kono, bisher Außenminister und nun Verteidigungsminister, der Südkorea von der Liste der bevorzugten Handelspartner strich, nachdem japanische Unternehmen zu Entschädigungen für Ex-Zwangsarbeiter in der Kolonialzeit verurteilt wurden.

Andere Kandidaten

Ein anderer potenzieller Regierungschef ist Toshimitsu Motegi. Der bisherige Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI), der an der Universität Harvard studierte, führte die schwierigen Verhandlungen über einen Freihandelsvertrag mit den USA und wechselt an die Spitze des Außenministeriums.

Als weiterer Nachfolgekandidat gilt Katsunobu Kato, ein enger Verbündeter von Abe, der auf seinen alten Posten als Arbeits- und Gesundheitsminister zurückkehrt. Auch Fumio Kishida, Außenminister zwischen 2013 und 2017, der Politikchef der LDP bleibt, sagt man Ambitionen auf den obersten Regierungsjob nach.

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