Tokio (JAPANMARKT) – Der schillernde Gründer Yusaku Maezawa zieht sich aus seinem eigenen Unternehmen zurück.
Käufer Yahoo Japan will den Umsatz im Online-Handel steigern.

Exzentrische Figur

Nach einer gescheiterten globalen Expansion und mutmaßlichen Liquiditätsproblemen verkauft der 43-jährige Unternehmer seine 21 Jahre alte Internetplattform Zozotown für den Modehandel für knapp 401 Milliarden Yen (3,4 Milliarden Euro) an das Internetportal Yahoo Japan. Sein eigener Besitzanteil schrumpft um fünf Sechstel auf 6,4 Prozent.

Die Ausstiegsmotive von Maezawa blieben jedoch unklar: Er gebe die operative Führung ab und gehe neue Wege, erklärte er vor der Presse. Dies passt einerseits zu dem unkonventionellen Japaner, dessen aufwändiger Lebensstil die Boulevardpresse fasziniert.

Globale Schlagzeilen

Andererseits erlitt Maezawa zuletzt geschäftliche Rückschläge und brauchte womöglich Geld, um seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. „Ich habe kein Geld mehr“, schrieb er in einem Tweet. Im Mai hatte er schon einige Werke aus seiner Sammlung moderner Kunst versilbert.

Für internationale Schlagzeilen sorgte der dynamische Unternehmer, als er für das Gemälde eines Totenkopfes von Jean-Michel Basquiat den Rekordpreis von 110,5 Millionen Dollar zahlte sowie als erster eine Anzahlung für eine Fahrkarte zu einer privaten Mondumrundung mit dem Raumfahrtkonzern SpaceX von Elon Musk leistete.

Rückzug aus Deutschland

Der Käufer Yahoo Japan stärkt sich mit der Neuerwerbung für den Kampf mit den Konkurrenten Rakuten und Amazon. Aufgrund schwacher Margen sucht das Portal seit einiger Zeit nach neuen Umsatzchancen. Doch die wichtigste Geschäftsidee von Maezawa war kürzlich gefloppt.

Er verteilte Millionen gepunktete Ganzkörperanzüge für die Selbstvermessung per Smartphone, damit die Kunden maßgeschneiderte Hosen und Hemden bestellen konnten. Aber die Waren überzeugten offenbar nicht. Im April zog sich Zozotown nach nur knapp einem Jahr aus Deutschland und den USA zurück.

Foto: © Zozotown