Tokio (JAPANMARKT) – Neue Technologien sollen die Menge an Lebensmittelabfall verringern. Hier sind japanische Unternehmen sehr aktiv.

Schimmel als Lösung

So verwendet Meat Epoch aus Kawasaki ein mit Schimmelsporen beschichtetes Tuch, um schnell verderbliche Meeresfrüchte wie Fisch einzuwickeln. Damit lässt sich frischer Thunfisch bis zu 20 Tage länger haltbar machen.

„Fisch und Meeresfrüchte, die Sushi-Restaurants früher am selben Tag weggeworfen haben, können etwa eine Woche lang verwendet werden“, sagte Firmenchef Mikio Atobe der Finanzzeitung Nikkei. Großhändler für Fische setzen das Tuch schon ein.

Der für den Menschen unbedenkliche Schimmel verdreifacht die Alterungsgeschwindigkeit der Fische, aber blockiert zersetzende Bakterien. Laut dem Bericht verbessert diese Methode der Behandlung auch den Geschmack. Nun will das Unternehmen seine Methode normalen Konsumenten zugänglich machen.

Getrocknetes Gemüse

Das Unternehmen Isle aus Nagasaki wiederum hat eine Methode erfunden, Gemüse länger haltbar zu machen. Nicht perfektes Gemüse, das nach der Ernte erst gar nicht in den Supermarkt kommen würde, wird nach dem gleichen Verfahren wie Seetang zu dünnen Blättern getrocknet und bleibt dadurch zwei Jahre lang haltbar.

Bisher setzte Isle das Konzept unter anderem für Möhren und Spinat um. Die „Vegheets“ werden seit dem vergangenen Jahr in Supermärkten angeboten. Dazu hat das Unternehmen 200 Rezepte entwickelt, damit das Gemüse in Blattform auch gekauft wird. Die Produktion wurde im Sommer auf 30.000 Stück täglich verdoppelt.

Foto: Thunfisch auf dem Großmarkt (© Martin Fritz)