Tokio (JAPANMARKT) – Die Anlagestrategie des weltgrößten Pensionsfonds wird für weitere sechs Monate von Hiromichi Mizuno bestimmt. Der Finanzmarkt hatte sich zuvor Sorgen um einen Kurswechsel gemacht.

Kurze Verlängerung

Der Vertrag des 54-Jährigen als Chief Investment Officer des Government Pension Investment Fund (GPIF) wurde bis Ende März 2020 verlängert. Aus dem geschlossenen Fonds finanziert der japanische Staat einen großen Teil seiner Rentenverpflichtungen.

Seinen Posten als Anlagechef übernahm Mizuno Anfang 2015 mit dem Auftrag, den GPIF mit einem Volumen von zuletzt 159,2 Billionen Yen (1,35 Billionen Euro), deswegen oft „Anlage-Wal“ genannt, in ganz neues Fahrwasser zu steuern. Dabei provozierte er viele mächtige konservative Ministerialbeamte.

Neue Schwerpunkte

Unter seiner Führung verlagerte der Fonds seinen Schwerpunkt von japanischen Staatsanleihen zu in- und ausländischen Aktien, um die langfristige Rendite zu erhöhen. Statt 75 Prozent in einheimischen Staatsanleihen hält der Fonds heute 50 Prozent Aktien. Jedoch wuchs damit die Volatilität des Fondswertes.

Hinter den Kulissen übte Mizuno Druck auf Unternehmen und institutionelle Investoren in Japan aus, den neuen Stewardship Code einzuhalten. Außerdem führte Mizuno für den Fonds das Prinzip der Nachhaltigkeit in puncto Umwelt, Soziales und Governance ein. Dadurch wurde der Pensionsfonds zu einem „aktivistischen“ Investor.

Doch in den vergangenen Monaten kam das Gerücht auf, dass der frühere Partner der britischen Beteiligungsunternehmen Coller Capital eine neue Aufgabe suche. Als sein politischer Mentor Hiroshige Seko, zuletzt Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, Mitte September seinen Kabinettsposten verlor, wuchs am Finanzmarkt die Sorge vor einem Kurswechsel des GPIF. Doch Mizuno bleibt zumindest noch sechs Monate am Steuer. Offenbar ließ sich nicht schnell genug ein adäquater Nachfolger finden.

Foto: GPIF