Tokio (JAPANMARKT) – In Japan gibt es rund 70 Regionalbanken, vergleichbar deutschen Sparkassen. Nun betrachten einige Beobachter sie als eine Gefahr für das globale Finanzsystem.

Drei Aspekte

Die Sorgen lassen sich unter drei Aspekten aufschlüsseln. Erstens haben die Negativzinsen die Regionalbanken an den Rand der Unrentabilität getrieben. Zweitens haben die Regionalbanken als Reaktion darauf extrem risikoreiche Vermögenswerte erworben.

Drittens könnten diese Werte bei einer Krise im globalen Finanzsystem notleidend werden. Dafür hätten viele Regionalbanken kaum Reserven: Die Gewinne sind laut einem Bericht des Finanzdienstes Bloomberg auf ein Achtjahrestief gesunken.

Belastende Geldpolitik

Tatsächlich hat die extrem lockere Geldpolitik das Brot-und-Butter-Geschäft mit Krediten extrem margenarm gemacht. Der Abstand zwischen dem Einlagen- und Kreditzins ist so niedrig, dass sich der Verwaltungsaufwand kaum noch lohnt.

Laut dem britischen Vermögensverwalter Jupiter Asset Management verlangen die Regionalbanken im Schnitt eine Zinsrate von einem Prozent, aber ihre Fixkosten liegen bei 0,7 Prozent der Einlagen.

„Es ist jedoch zu beachten, dass die Fixkosten sinken und bei über siebzig aufgelisteten Regionalbanken und vielen nicht aufgelisteten Banken gibt es großes Potenzial für weitere Verbesserungen“, meinte Dan Carter vom Japan-Fonds Jupiter Japan Select SICAV bei Jupiter Asset Management.

Unwahrscheinliches Szenario

Der Fondsmanager hinterfragt auch, dass die Regionalbanken besonders viele Risikovermögenswerte in den Bilanzen haben. Selbst der Bankanalyst von Mizuho Securities – ein Experte für Regionalbanken – habe die Aktiva der fünf größten Regionalbanken mit vorwiegend zufriedenstellendem Ergebnis analysiert.

„Falls es böse Überraschungen in den Bilanzen gibt, dann bei den kleineren Regionalbanken“, sagte Carter.

Die Ansteckungsgefahr einer Finanzkrise für die Regionalbanken hält der Fonds-Manager für plausibel, aber für wenig wahrscheinlich. Als Lösung für das grundsätzliche Problem rät er zu einer Konsolidierung des Sektors, also die Zusammenlegung einzelner Institute.

Foto: Zentrale der Regionalbank Shizuoka Ginko (Wikipedia CC BY-SA 3.0)