Tokio (JAPANMARKT) – Die RWTH Aachen hat den schnellsten Supercomputer aller deutschen Universitäten mit einem kleinen Festakt eingeweiht. Der Rechner kommt aus Japan.

Nationale Spitze

Bund und Land Nordrhein-Westfalen haben die Einrichtung von CLAIX – im Kürzel steckt der französische Name Aachens: Aix-la-Chapelle – zu gleichen Teilen mit rund 22 Millionen Euro gefördert. Mit CLAIX-2018 erhält die RWTH einen Hochleistungsrechner der nationalen Spitzenklasse.

CLAIX hat rund 1.100 Rechenknoten und wurde im November 2018 in einer neuen Rechnerhalle am IT Center der Universität aufgebaut. Im Januar 2019 wurde er um 221 zusätzliche Rechenknoten erweitert, die sich speziell für die Nutzung in der Lehre und kleine Forschungsprojekte eignen.

Weltweit auf Platz 92

Für die Simulationsanwendungen konnte durch die neue Systemarchitektur im Vergleich zur ersten Stufe von CLAIX-2016 eine deutliche Leistungssteigerung erzielt werden. So erhöht sich die durchschnittliche Pro-Core-Performance bei gleichbleibenden Datensätzen um 30 Prozent.

Jeder Rechenknoten ist mit 48 Kernen und einem 192 Gigabyte-Arbeitsspeicher ausgestattet. Damit erreichte die zweite Stufe im TOP500-Benchmark eine Leistung von zwei petaFLOPS. womit Aachen in der globalen Top-500-Liste der leistungsfähigsten Rechner auf Platz 92 rangiert.

Neuer Schwerpunkt

„Durch die neu geschaffene Infrastruktur wird der Schwerpunkt ‚Computersimulation mit Hochleistungsrechnern‘ in besonderem Maße von dem schnellsten Rechner einer deutschen Universität profitieren können“, sagte RWTH-Rektor Ulrich Rüdiger.

Die Maschine leistet auch einen kleinen Beitrag gegen den Klimawandel: CLAIX wird „frei gekühlt“. Das heißt: Die Rechnerwärme wird fast komplett über das Kühlwassser abtransportiert, so dass sich die Leistung der Luftkühlung in dem Rechnerraum um 90 Prozent verringern lässt.

Foto: Am Festakt nahmen teil Yuichi Kojima (Geschäftsführer NEC Deutschland GmbH), Marcus Hermes (Geschäftsführer des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW), Ulrich Rüdiger (Rektor der RWTH Aachen), Ute Willems (Niederlassungsleiterin des Bau- und Liegenschaftsbetriebes Aachen), Isabel Pfeiffer-Poensgen (Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen), Thomas Rachel (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung), Marcel Philipp (Oberbürgermeister der Stadt Aachen) und Matthias Müller (Direktor des IT Centers der RWTH Aachen), von links (© RWTH Aachen)