Tokio (JAPANMARKT) – Die Dienstleister tragen in diesem Jahr die japanische Konjunktur. Der Sektor wirkt als wichtiger Konjunkturpuffer.

Starke Sektoren

Der japanische Dienstleistungssektor macht mit rund 70 Prozent den größten Teil des Bruttoinlandsproduktes aus. Dieser Anteil ist niedriger als in den USA, aber höher als in Deutschland und in der Eurozone. Das Trendwachstum beträgt laut den „Indizes für die Aktivitäten der dritten Industrie“ des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) knapp ein Prozent.

Jedoch ragen einige Sektoren heraus, wie die Analysten von Morgan Stanley MUFG jetzt herausarbeiten. Zu den wachstumsstarken Branchen gehören Spiele-Software, Touristen aus dem Ausland, internationaler Fluggastverkehr, Online-Werbung, der Betrieb von Motorbootrennstrecken, das Geschäft mit Verkaufskrediten, das Management von Portalseiten, Autovermietung sowie Arbeits- und Arbeitnehmervermittlung.

Den wachstumsstarken Dienstleistungsbranchen helfen mittel- und langfristige, strukturelle Faktoren wie der demografische Wandel, eine Verlagerung der Wirtschaftsaktivität ins Internet, die in Kraft getretenen Reformen im Arbeitsstil und eine steigende Freizeitnachfrage. Nach Ansicht der Analysten unterstützt die sinkende Arbeitszeit als wichtigster gemeinsamer Faktor den Aufschwung in diesen Sektoren.

Ausgleichende Wirkung

Die positive Entwicklung des Dienstleistungssektors ist eine gute Nachricht für die Gesamtwirtschaft. Während die japanischen Exporte und die einheimische Industrieproduktion aufgrund des Handelsstreit zwischen den USA und China sowie dem schwächeren Wachstum im Reich der Mitte lahmen, stützen die binnenorientierten Service-Bereiche die Konjunktur.

Das Wachstum in diesen Bereichen muss gar nicht besonders groß sein. Denn wegen des hohen Anteils an der Wirtschaftsleistung können die Dienstleister Schwächen im Außenhandel leicht ausgleichen. Die Wertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes trägt nur etwa 20 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, ist also dreieinhalb Mal kleiner der Dienstleistungsbereich. Zudem deckt der Sektor auch 70 Prozent der Gesamtbeschäftigung ab.

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