Tokio (JAPANMARKT) – Glory aus Japan übernimmt die Kontrolle des deutschen Fintech-Start-ups Cash Payment Solutions. Dabei geht es um das digitale Management von Bargeld.

Altinvestoren verkaufen

Im Rahmen einer Finanzierungsrunde veräußert das vor acht Jahren in Berlin gegründete Jungunternehmen 53 Prozent seiner Anteile nach Japan. Die beiden Geschäftsführer und Gründer Achim Bönsch und Sebastian Seifert behalten ihre Aktien und werden langfristig im Unternehmen bleiben.

Einige Alt-Investoren verkaufen, es bleibt nur die Grenke Bank als institutioneller Anteilseigner übrig. Zudem investieren die Japaner frisches Kapital. Der Einstieg bewertet Cash Payment Solutions mit einer unbekannten Summe. Die bisherigen Besitzer hatten insgesamt 12,8 Millionen Euro investiert.

„Der Abschluss der Finanzierungsrunde mit Glory stärkt unsere Position sowohl finanziell als auch strategisch,“ sagte Sebastian Seifert. „Durch Glorys langjährige Erfahrung als globaler Marktführer im Bargeldmanagement sind wir für die weitere europäische Expansion optimal aufgestellt und können unser Wachstum weiter beschleunigen.“

Kosten von Bargeld senken

Der 100 Jahre alte Käufer aus Himeji beschreibt sich selbst als Pionier für Maschinen zur Verarbeitung von Bargeld und stellt auch Cash-Managementsysteme sowie Verkaufs- und Serviceautomaten her. Der Einstieg in Deutschland soll Glory dabei helfen, die Kosten von Bargeldnutzung durch die Kombination mit der digitalen Welt zu verringern.

Cash Payment Solutions ermöglicht die Ein- und Auszahlung von Bargeld ohne Geldautomaten. Das Modell ist dem japanischen Käufer teilweise vertraut: In vielen Minisupermärkten in Japan können die Kunden eine Rechnung mit Barcode etwa für Strom, Handy oder Lokalsteuer in bar begleichen. Die Nutzer registrieren sich über die Webseite barzahlen.de.

Die Berliner Lösungen erlauben es auch, einen Online-Kauf über einen zugesandten Barcode in über 16.000 Geschäfte zu bezahlen, darunter Filialen von REWE, Rossmann, PENNY, BILLA, SBB, PAM und dm drogerie Markt. Zugleich können sich diese Nutzer Geld in bar auszahlen lassen, etwa das Arbeitslosengeld.

Über 600 Unternehmen aus verschiedenen Branchen setzen auf die Zahlungslösungen der Cash Payment Solutions, darunter Amazon, die Bundesagentur für Arbeit, N26, DKB, E.ON, Vodafone und viele mehr. Der Zahlungsdienst wird in Deutschland, Österreich und Italien durch die Grenke Bank erbracht.

Foto: Cash Payment Solutions