Tokio (JAPANMARKT) – Aus Sorge um die nationale Sicherheit schränkt Japan den Zufluss von ausländischem Kapital zum Aktienmarkt ein. Dabei berücksichtigt die Regierung auch eine Kritik von ausländischen Anlegern.

Gefährdete Direktinvestitionen

Das Kabinett verabschiedete am Freitag einen Gesetzesentwurf, wonach ein ausländischer Investor den Kauf von mehr als einem Prozent der Stimmrechte eines Unternehmens in strategischen Sektoren vorher beantragen muss. Bislang lag diese Schwelle bei zehn Prozent. Die Regierung von Shinzo Abe begründet ihren Schritt mit dem Schutz der nationalen Sicherheit. Damit folge Japan ähnlichen Schritten in den USA und Europa.

Doch Goldman Sachs Japan kritisierte laut dem Finanzdienst Bloomberg, dieser Schwenk sei schädlich für den Markt, erschwere das Aufbringen von Mitteln und untergrabe die sieben vergangenen Jahre von Reformen der Corporate Governance. Die neuen Regeln belasteten ausländische Anleger mit mehr Zeitaufwand, Kosten und legalen Risiken.

Dadurch steige die Risikoprämie für Aktienengagements in Japan, was wiederum die Direktinvestitionen beeinträchtigen könnte. In den sechs Jahren Regierungszeit von Abe haben sich die ausländischen Direktinvestitionen auf 35,9 Billionen Yen (299 Milliarden Euro) im Vorjahr mehr als verdoppelt. Diese Steigerung war ein Ziel der Wirtschaftspolitik der Abenomics.

Ausnahme für einige Investoren

Der jetzt verabschiedete Gesetzentwurf kommt dieser Kritik etwas entgegen. Die Regeln sollen nicht für passive Investoren wie Handelsbanken, Versicherer und Fondsmanager gelten, allerdings nur, solange sie keinen Sitz im Verwaltungsrat beanspruchen und weder den Verkauf von Schlüsselsparten noch Zugang zu vertraulichen Informationen und Technologien verlangen.

Die Regeln sollen für vier Sektoren gelten: nationale Sicherheit wie Waffen, Flugzeuge und Nuklearenergie, öffentliche Ordnung sowie Sicherheit, außerdem für den reibungslosen Ablauf der Wirtschaft. Dazu gehören Landwirtschaft, Eisenbahnen und Schifffahrt. Die Details sollen ministerielle Verordnungen nach der Verabschiedung des Gesetzes festlegen.

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