Tokio (JAPANMARKT) – Japans Ausfuhren sanken im September den zehnten Monat hintereinander. Zudem fielen sie stärker als erwartet.

Handelsstreite belasten

Gemäss dem japanischen Finanzministerium schrumpften die Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent. Im August betrug das Minus noch 8,2 Prozent zum Vorjahr. Die Importe sanken um 1,5 Prozent. Daraus ergab sich ein Handelsdefizit von 122,9 Milliarden Yen (1 Milliarde Euro).

Die Exporte nach China fielen um 6,7 Prozent zurück, offenbar wirkte sich hier der Streit zwischen den USA und China aus, die beiden Länder sind Japans wichtigste Handelspartner. Besonders betroffen waren klassische Exportsparten wie Halbleiter.

Die Auslieferungen nach Südkorea brachen um 15,9 Prozent ein. Der Streit zwischen Seoul und Tokio um die Entschädigung von Zwangsarbeitern wirkt sich ebenfalls negativ auf den Handel aus. Japan strich Südkorea von der Liste der bevorzugten Handelspartner, darauf tat die Regierung in Seoul den gleichen Schritt.

Notenbank unter Druck

Aber auch die Ausfuhren in die USA enttäuschten mit einem Minus von 7,9 Prozent zum Vorjahr. Besonders betroffen waren die Autohersteller. Der US-amerikanische Absatzmarkt für Toyota & Co. entwickelte sich zuletzt nicht positiv. Zudem hängt das Damoklesschwert von höheren Zöllen zumindest mittelfristig weiter über den japanischen Herstellern.

Nach Ansicht von Analysten könnte die negative Entwicklung der Ausfuhren die Geldpolitik der japanischen Notenbank beeinflussen. Bei ihrer Sitzung in der nächsten Woche stehen die Währungshüter ohnehin unter Druck, auf den weltweiten Trend zu Zinssenkungen zu reagieren.

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